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Kampf gegen die Olivenbaum-Krankheit mit resistenten Sorten

Kampf gegen die Olivenbaum-Krankheit mit resistenten Sorten
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Ein Bakterium venichtet Olvienbäume in Südeuropa. Im süditalienischen Lecce werden Bekämpfungsmaßnahmen erntwickelt. Das ist das Thema dieser Futuris-Folge.

Euronews-Reporter Julián López Gómez: "Vor weniger als fünf Jahren war das hier eine blühende Plantage mit hundert Jahre alten Olivenbäumen. Jetzt sieht man hier viele abgestorbene Stämme. Ein Bakterium greift die Bäume an und lässt sie vertrocknen. Die Krankheit bedroht die Landwirtschaft in Italien und anderen südeuropäischen Ländern. Welche Bekämpfungsmaßnahmen entwickelt die Wissenschaft?"

Killer-Bakterium befällt Olivenbäume

4000 Olivenbäume wachsen auf dem Land, das seit fast fünf Jahrhunderten im Besitz derselben Familie italienischer Olivenölproduzenten ist. Seit Kurzem ist der Bestand durch ein Bakterium bedroht: Xylella fastidiosa lässt die Bäume vertrocknen. Olivenölproduzent Giovanni Melcarne, Foresta Forte:

"Meine Produktion ist in nur drei Jahren um rund 80 Prozent gesunken. Diese Krankheit hat meine Olivenhaine und unser Produktionssystem vollständig zerstört. Und leider wird es auch lange dauern, sich davon zu erholen."

Die vom Keim befallene Plantage ist jetzt ein Experimentierfeld für Forscher und Studenten aus Europa, Nordafrika, dem Mittleren Osten und dem Iran. Sie sind an einem europäischen Forschungsprojekt beteiligt, das an der Entwicklung einer Frühdiagnose arbeitet und Wissen austauscht, um die Krankheit besser bekämpfen zu können. Maroun El Moujabber, Agronom, Ciheam-Bari:

"Je früher man die Krankheit erkennt, desto besser kann man sie bekämpfen. An der Frühdiagnose zu arbeiten ist also das Erste, was wir tun. Zweitens tauschen wir wissenschaftliche Erkenntnisse aus. Denn wir müssen das Bakterium multidisziplinär bekämpfen. Nicht nur vom biologischen Standpunkt aus, sondern auch mit Instrumenten aus den Bereichen Soziologie, Wirtschaft und Biotechnologie".

Das Bakterium wird hauptsächlich durch Insekten übertragen. Als erstes mussten die Wissenschaftler aber den Krankheitserreger identifizieren. Phytopathologe Donato Boscia:

"Das Bakterium setzt sich in den Wasserleitungsbahnen der Bäume fest, vermehrt sich dort und verstopft sie. Xylella fastidiosa blockiert Wasser und Mineralsalze, die von den Wurzeln zu den Blättern gelangen. Alles geschieht ausschließlich innerhalb des Baumes. Das macht die Bekämpfung dieser Krankheit so schwer."

Die Krankheit kann man nicht mehr ausrotten

Bisher gibt es kein Heilmittel für die Krankheit. Es wurden Früherkennungstools und Krankheitserreger-Monitoring-Apps entwickelt, die getestet werden, um eine Ausbreitung des Keims zu verhindern:

"Die Bakterien haben die betroffenen Regionen derart verseucht, dass Xylella fastidiosa nicht mehr vernichtet oder ausgelöscht werden kann. Wir müssen also lernen, damit zu leben. Und zwar indem wir Pflanzen entwickeln, die resistent oder kaum anfällig gegen den Keim sind", sagt Agronom Franco Valentini, Ciheam-Bari.

In diesem Gewächshaus gibt es 23 Olivenbaumsorten, die potenziell resistent gegen den Erreger sind. Mit 500 weiteren Sorten wird derzeit experimentiert. Laut den Forschern gibt es erste Ergebnisse:

"Wir haben bereits zwei gegen die Krankheit resistente Sorten ausgemacht, die Sorten 'Leccino' und 'Favolosa'. Aber das ist erst der Anfang, denn unser Ziel ist es, weitere noch widerstandfähigere Sorten zu finden", so Agronom Pierfederico Lanotte.

Befallene Bäume werden mit den resistenten bzw. widerstandsfähigeren Sorten veredelt: "Wir müssen die biologische Vielfalt erhöhen; wir müssen mehr Olivenbaumsorten kultivieren. Damit schaffen wir eine natürliche Barriere gegen die Krankheit für eine bessere Zukunft", so Giovanni Melcarne.