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Plastikverschmutzung in den Meeren: Luftballons sind besonders gefährlich für Seevögel

Dies ist ein verstorbener Schwarzbrauenalbatros mit Ballonschnur auf See.
Dies ist ein verstorbener Schwarzbrauenalbatros mit Ballonschnur auf See. -
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Todd Burrows
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Luftballons im Meer sind besonders gefährlich für dessen Bewohner. Wissenschaftler von der australischen Universität Tasmanien haben Hinweise dafür gefunden, dass weiches Plastik, wie etwa Luftballons, das Todesrisiko für Seevögel erhöht.

Das Forscherteam rund um die Biologin Lauren Roman vom Institute for Marine and Antarctic Studies untersuchte 1733 tote Seevögel. Woran sind sie gestorben? Und falls Abfall die Ursache war, was hatten sie verschluckt? Die Ergebnisse veröffentlichten sie in dem Wissenschaftsmagazin Scientific Report_s_.

Von ihnen hatte etwa ein Drittel verschluckt, doch bei nur 13 war das die Todesursache. "Unter den Vögeln war die häufigste Todesursache die Verstopfung des Magen-Darm-Traktes, gefolgt von Infektionen oder anderen Komplikationen, die durch gastrointestinale Verstopfungen verursacht wurden“, erklärte Lauren Roman in einer Mitteilung.

Ballonfragmente: "32-mal tödlicher als harter Kunststoff"

Auffällig war, dass harte Plastikteile zwar mit Abstand am häufigsten verschluckt wurden, diese aber im Vergleich zu weichem Plastik deutlich weniger gefährlich waren. "Insgesamt sind Ballons das risikoreichste Material; sie sind 32-mal tödlicher als harter Kunststoff", heißt es in der Studie.

Zwar sind die Zahlen, die diese These untermauern niedrig. So liefern sie den Forschern zufolge jedoch deutliche Hinweise: "Obwohl weiche Kunststoffe nur 5 Prozent der aufgenommenen Gegenstände ausmachten, waren sie für mehr als 40 Prozent der Todesfälle verantwortlich“, erklärte Roman. Ballons oder Ballonfragmente töteten fast jeden fünften der Seevögel, die diese verschluckten.

Lauren Roman
Dieser Graukopfalbatros hat einen Strohhalm und Luftballonteile verschluckt.Lauren Roman

Die Luftballonteile könnten den Magen-Darm-Trakt offenbar nicht so leicht passieren, wie die harten Teile und führten schneller zu Verstopfungen. In einer ähnlichen Studie an Meeresschildkröten hatte es vergleichbare Ergebnisse gegeben.

Dass Plastikabfall in den Ozeanen für dessen Lebewesen gefährlich ist, ist schon lange bekannt. Unter welchen Umständen Schildkröten, Vögel oder Fische daran sterben, ist dagegen noch weitgehend unerforscht.

Bezogen auf die Gesamtmenge an Plastik fanden die Forscher in dieser Studie folgendes heraus: Seevögel, bei denen man ein einziges Plastikteil im Magen fand, hatten eine 20-prozentige Sterblichkeitswahrscheinlichkeit. Diese stieg bei neun Teilen auf 50 Prozent – bei 93 Teilen waren die Vögel allesamt tot.

Diese Ergebnisse könnten helfen, klare politische Vorgaben zu formulieren, mit denen man das Risiko für Meereslebewesen durch Plastikmüll verringern könnte, sagte Roman. „Wir müssen Meeresabfälle aus ihrem Lebensraum reduzieren oder entfernen, insbesondere Ballons.“