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PLASTIK IM MEER

PLASTIK IM MEER
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Die Kunststoffverschmutzung in unseren Ozeanen und die Bemühungen, sie zu beenden, waren eines der Hauptthemen des Jahres 2018. Die Europäische Union beschloss ein Verbot bestimmter Kunststoffprodukte bis 2021.

Die belgische Abgeordnete Frédérique Ries steht hinter dem Gesetz: "Plastikstäbe für Luftballons, Rührstäbchen für den Kaffee, Wattestäbchen, Strohhalme - sie alle werden verboten. Und warum werden sie verboten? Weil es die Plastikartikel sind, die man am meistens an unseren Stränden und in unseren Ozeanen findet, und weil es Alternativen gibt."

Ein zentrales Thema im Einweg-Kunststoffverbot ist: Wer trägt die Kosten? Die neue europäische Richtlinie führt dazu, dass zum Beispiel die Hersteller von Fischereizubehör die Kosten für das Einsammeln von Fangnetzen tragen, die auf See verlorenen gegangen sind, und nicht die Fischer. Das gleiche Prinzip gilt für die Tabakindustrie und ihre Zigarettenstummel aus Plastik.

Der Verband der Kunststofferzeuger PlasticsEurope ist jedoch der Ansicht, dass die Verantwortung breiter geteilt werden muss: Karl Foerster, Geschäftsführer des Verbands der Kunststofferzeuger PlasticEurope: "Wir stellen den Rohstoff her, das ist also unsere Verantwortung. Dann haben Sie jemanden, der ein Produkt daraus macht, dann die Verbrauchermarken, die alle ihre Lebensmittel darin verpacken, die Menschen konsumieren sie und kaufen sie bei einem Einzelhändler. Sie sehen also, dass viele Akteure am Lebenszyklus eines Produkts beteiligt sind."

Das EU-Einwegplastik-Verbot - ein Tropfen auf den heißen Stein

Schätzungsweise 8 Millionen Tonnen Plastikabfälle landen jedes Jahr in den Ozeanen. Das Verbot der EU ist wichtig, um einen politischen Präzedenzfall zu schaffen, aber es wird die Meere nicht sehr stark verändern, denn es wird vermutet, dass 90 % der Plastikverschmutzung durch 10 Flüße ins Meer geleitet werden - 8 in Asien und 2 in Afrika.

Der Kunststoff wird in den Ozeanen zu Mikrokunststoffen, den die Meerestieren verzehren. Forscher sagen, dass das die Tiere tiefgreifend beeinflusst.

Dr. Matt Cole, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Kunststoffforschung, Plymouth Marine Laboratory: "Was wir feststellen konnten, ist, dass die Mikrokunststoffe die Nahrungsfähigkeit, die Reproduktionsfähigkeit und auch das Überleben von sehr kleinen planktonischen mikroskopischen Tieren beeinflussen können. Andere Forscher haben die gleichen Untersuchungen an Austern, Muskeln und Fischen durchgeführt und ebenfalls negative Auswirkungen auf diese Tiere identifiziert."

Weitere Lösungen nötig

Neben dem Verbot von Einwegkunststoffen gibt es weitere Initiativen, um Lösungen für das dängende Umweltproblem zu finden. Das Projekt "The Ocean Cleanup" setzte dieses Jahr beispielsweise erstmals ein System ein, das größere Kunststoffabfälle im Pazifik einfängt, um sie dann in den Recycling-Kreiszulauf einzubringen.