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Europäische Fahrradindustrie besorgt über Ubers neue E-Bikes

Europäische Fahrradindustrie besorgt über Ubers neue E-Bikes
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Das Unternehmen Uber hat in verschiedenen europäischen Städten Elektrofahrräder bereitgestellt. In Berlin sind beispielsweise 1000, in Brüssel 500 der roten Fahrräder zu finden. Sie sollen als Alternative zum Auto dienen und so dazu beitragen, dass der CO2-Austoß reduziert wird.

Uber ist nicht der einzige Anbieter, der E-Bikes zum Mieten in Städten positioniert. Die europäische Fahrradindustrie ist deshalb besorgt, dass die Massenprodukte aus China ihnen das Geschäft ruinieren.

Evangelia Anevlavi

"Momentan kämpfen wir gegen illegal subventionierte Importe, da die in China entwickelten Fahrräder fast fünfmal so viele sind wie die Nachfrage in der EU. Das geschah durch massive und illegale Subventionen, die die chinesische Regierung den chinesischen Fahrradherstellern gewährt hat. Wir glauben, dass die Fahrradindustrie der EU wichtig ist, und wir wollen überleben", sagte Evangelia Anevlavi von der European Bicycle Manufacturers Association.

EU-Kommission unterstützt europäische Unternehmen

Die EU-Kommission hat E-Bikes aus China mit Strafzöllen belegt, um gegen gedumpte Preise vorzugehen und die europäische Industrie zu unterstützen.

Diese Maßnahme spüren lokale Unternehmen, wie der Geschäftsführer eines Fahrradladens in der Nähe von Brüssel erzählt.

Johan Huygens

"Die Qualitätsstandards sind in Europa deutlich höher. Wenn man beispielsweise ein Problem mit dem Fahrrad hat und man gegen die Chinesen vor Gericht zieht, werden sie nicht auftauchen. Als europäischer Hersteller ist man für das verantwortlich, was man getan hat. Deshalb halte ich es für eine gute Sache, dass wir unseren Markt schützen und unsere Arbeitnehmer vor unlauterem Wettbewerb schützen", sagte Johan Huygens, Geschäftsführer von Scott Sportech Benelux.

Laurent Ruessmann

Dieser EU-Beobachter und Wirtschaftsanwalt sieht das genauso. "Ohne diese Maßnahmen hätte die Industrie nicht überlebt. Die Industrie wäre ausgelöscht worden, wie in den USA und Japan, die nichts gegen den unfairen Handel von China getan haben", sagte Laurent Ruessmann, Seniorpartner bei Fieldfisher.

Uber hatte das Start-Up Jump Anfang April 2018 übernommen. Der E-Rad-Vermittler hatte seit 2010 mehr als 12 000 E-Bikes in 40 Städten in sechs Ländern auf die Straße gebracht. Die Elektro-Fahrräder sind nicht auf feste Docking-Plätze angewiesen, sondern können überall abgestellt werden. Neben Berlin sollen die Fahrräder bald auch in weiteren Städten Deutschlands verfügbar sein.