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Erst prominent, dann in die Europa-Politik

Erst prominent, dann in die Europa-Politik
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Nichts scheint besser als die Politik, um die Berühmtheit zu erhalten.

Conchita Wurst besuchte das Europäische Parlament, Bono ebenso

Mehr und mehr Prominente finden Gefallen an europäischer Politik, und einige von ihnen kandidieren sogar bei der Europa-Wahl.

In Frankreich hat der Sänger Francis Lalanne seine Kunst in den Dienst der Gelbwesten gestellt und sieht sich als Alternative zwischen Emmanuel Macron und Marine Le Pen.

In Griechenland hat die Regierungspartei Syriza den populären Schauspieler Alexis Georgoulis aufgestellt, bekannt aus dem Hollywood-Streifen "My Life in Ruins" aus dem Jahre 2009.

In Italien kämpft Giusy Versace für Behindertenrechte. Sie ist die erste Leichtathletin ihres Landes, die nach einer doppelten Bein-Amputation Rennen läuft.

Jetzt bewirbt sie sich um einen Sitz im Europäischen Parlament.

Denis Collard ist ein bekannter Wetter-Ansager im belgischen Radio. Nun hofft er auf viel Sonnenschein für seine angestrebte Karriere in der Politik für die Liberale Partei.

Für nationale Politiker ist Brüssel oft das Ende ihrer Karriere, prominente Polit-Novizen erhoffen sich dagegen einen Karriere-Schub.

Die europäische Ebene sei interessant, sagt der Politikwissenschaftler Andrea Felicetti. Prominente engagierten sich oft für ein bestimmtes Thema, für das in Europa wichtige Entscheidungen getroffen würden.

Zudem sei die europäische Ebene für Einsteiger einfacher, da sie sich nicht mit den Mühlen nationaler Politik abgeben müssten.

Daher die Europa-Attraktivität.

In Zeiten allgemeiner Ablehnung des Politik-Establishments können Prominente rasch das Vertrauen derer erobern, die sonst mit Politik nichts am Hut haben.

Prominente seien dem Publikum eben bekannt und hätten bereits Erfolg in ihrem Metier bewiesen, so Felicetti.

Warum ihnen also nicht auch in der Politik vertrauen?

Manchmal produziert indes auch die Politik Prominente.

Italiens Ex-Ministerpräsident Berlusconi, Griechenlands Ex-Finanzminister Varoufakis oder der katalanische Separatistenführer Puigdemont kennen den Kampf um Stimmen in der Heimat und wollen es nun in Europa versuchen.