Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.

Eilmeldung

Eilmeldung

Studenten fürchten den Brexit

Studenten fürchten den Brexit
Schriftgrösse Aa Aa

England. Hier befinden sich einige der renommiertesten Universitäten der Welt.

Für viele junge Studenten aus der gesamten Europäischen Union wäre es ein Traum, in diesen heiligen Hallen zu studieren. Aber der Brexit trübt die Hoffnungen.

Versprechungen vom Bildungsministerium

Amanda Cockley hat für euronews mit dem Bildungsministerium gesprochen:

"Das Bildungsministerium hat im vergangenen Jahr angekündigt, dass EU-Studenten, die ab 2019 in England studieren, die gleichen Privilegien wie britische Studenten behalten würden: nämlich einheimische Studiengebühren und den Zugang zu Studienkrediten.

Aber nach dem Brexit, der zur Zeit für den 31. Oktober geplant ist, könnten EU-Studenten internationale Gebühren zahlen müssen und ihre Rechte auf finanzielle Unterstützung verlieren. Das Ministerium will rechtzeitig vor dem akademischen Jahr 2020 über die neuen Gebührenregelungen informieren."

Lebenspläne über den Haufen geworfen

Die 23-jährige Italienerin Bella Frimpong glaubt aber, dass sie nun gezwungen ist, ihre Lebenspläne zu überdenken. Nach ihrem Studienabschluss in Internationalen Beziehungen an der Universität Exeter müsste sie ein Masterstudium beginnen, um weiterhin den einheimischen Gebührenstatus zu behalten. Sie berichtet:

"Die meisten Migranten kommen wie ich aus der Arbeiterklasse. Wir können uns keine internationalen Gebühren leisten - ich kann das definitiv nicht!

Ich konnte mir meinen Bachelor zunächst nur deshalb leisten, weil ich eine Studienfinanzierung bekommen habe - das Ganze ist für mich also ein großes Problem. Es ist so eine Schande, weil Bildung dadurch eingeschränkt und irgendwie auch zu einer elitären Sache wird ."

Rücktritt aus Protest gegen den Brexit

Auch der ehemalige Universitätspräsident Sam Gyimah ist für einen Verbleib Großbritanniens in der EU. Vergangenen November ist er aus Protest gegen Theresa Mays Brexit-Vorhaben von seinem Amt zurückgetreten. Er glaubt, dass der Brexit die Hochschulbildung torpediert:

"Ein internationales Gebührensystem würde für EU-Studenten viel teurer. Dazu die Änderungen am Einwanderungssystem. Das ist meiner Meinung nach schlecht für unsere Universitäten. Deshalb wollen wir so schnell wie möglich Sicherheit und Klarheit.

_Was die Gebühren betrifft, plädiere ich für einheimische Gebühren. Ich würde auch gegenseitige Vereinbarungen begrüßen, damit auch britische Studenten, die in der EU studieren, vom dortigen System profitieren."
_

Abwarten und Tee trinken

Die Europäische Union hat auf das Gerücht, dass britische Studiengebühren für EU-Studenten erhöht werden sollten, vehement reagiert. Brexit-Chefunterhändler Guy Verhofstadt schrieb in einem Brief an Theresa May: "Studenten dürfen nicht Opfer vom Brexit werden".

Im Moment können diese allerdings nur abwarten und Tee trinken.