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Russland: Solidarität für Iwan Golunow

Russland: Solidarität für Iwan Golunow
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In einer ungewöhnlichen Aktion haben drei wichtige russische Zeitungen Solidarität für den verhafteten Journalisten Iwan Golunow gezeigt. "Vedomosti", "Kommersant" und "RBC" titelten am Montag "Wir sind Iwan Golunow". Ein riskantes Unterfangen, so euronews-Korrespondentin Galina Polonskaya: "Mit ihrer Unterstützung für den Journalisten riskieren Vedomosti, Kommersant und RBC, für lange Zeit auf eine schwarze Liste gesetzt zu werden. Die Nachricht von seiner Verhaftung beherrscht die Nachrichten in Russland und verdrängte sogar Putins Aufritt beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg."

Der Investigativjournalist Ivan Golunow wurde am Donnerstag wegen Drogenbesitz verhaftet. KollegInnen und FreundInnen gehen davon aus, dass er wegen seiner Arbeit verfolgt wird. Der 36-Jährige arbeitete für die unabhängige Nachrichtenseite Meduza und recherchierte zu Korruption unter Moskauer BeamtInnen. Die öffentliche Solidarität in den Medien ist ungewöhnlich in einem Russland, in dem kritische JournalistInnen gefährlich leben.

Auch der bekannte Schauspieler Konstantin Jurjewitsch Chabenski bezog auf dem Kinotawr Filmfestival in Sotschi Stellung: "Sie versuchen, einen unbequemen Journalisten mundtot zu machen. Wenn sie das schaffen, dann wird vielleicht auch dieses Festival irgendwann unbequem. Deswegen müssen wir zusammenhalten."

Golunow drohen bei einem Schuldspruch bis zu 20 Jahre Gefängnis. Er bestreitet den Drogenbesitz.

Die drei Zeitungen, die seine Freilassung fordern, verlangten ein transparentes Verfahren. Zudem demonstrierten JournalistInnen am Wochenende vor dem Polizeihauptquartier in Moskau gegen seine Verhaftung, auch viele Prominente solidarisierten sich mit ihm. Golunow wurde vorübergehend unter Hausarrest freigelassen.