Mission im Mittelmeer: Von Menschenrettern zu Straftätern?

Sea-Eye im Mittelmeer
Sea-Eye im Mittelmeer
Von Euronews mit reuters, dpa
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Im Interview erklärt Gordon Isler von der deutschen NGO Sea-Eye, warum Lampedusa für die meisten Rettungsschiffe auch in Zukunft die erste Anlaufstelle bleibt.

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Der Streit in der EU um die Migranten, die über das Mittelmeer kommen, ist festgefahren. Trotz der ungeklärten Lage retten Hilfsorganisationen weiter Menschen vor dem Ertrinken. Doch die Suche nach einem sicheren Hafen wird für sie zunehmend zur Irrfahrt.

Der Fall Sea-Watch

Die Kapitänin Carola Rackete der deutschen Hilfsorganisation Sea Watch war mehr als zwei Wochen auf dem Meer, bis sie schließlich ohne Erlaubnis mit Dutzenden Migranten an Bord in Lampedusa einlief. Rackete war deshalb festgenommen worden, ist mittlerweile aber wieder frei. In Italien wird ihr Beihilfe zur illegalen Einwanderung vorgeworfen. Ob es zu einem Prozess kommt, ist noch unklar.

Sea-Eye rettet Dutzende Migranten

Kurz nach ihrer Rückkehr ins Einsatzgebiet im Mittelmeer vor Libyen hat die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye mit ihrem Schiff "Alan Kurdi" 44 Migranten gerettet. Der Einsatz sei in Kooperation mit den maltesischen Behörden erfolgt, erklärte die Organisation aus Regensburg am Montagabend auf Twitter.

Gordon Isler ist Einsatzleiter bei er deutschen NGO.

"Wir haben natürlich aus den Erfahrungen, die Seawatch 3 machen musste, auch unsere Schlüsse ziehen können und gesehen, dass die italienische Regierung im Zweifel bereit ist, die Situation an Bord soweit eskalieren zu lassen, bis die Kapitäninnen und Kapitäne nicht mehr anders können, als in den Hafen einzufahren und damit gegen das Salvini-Dekret zu verstoßen," sagt Isler.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini lehnt die Aufnahme weiterer Migranten ab. Die italienischen Häfen bleiben dicht. Salvini verlangt mehr Unterstützung von den europäischen Mitgliedsstaaten, doch beim Thema zeichnet sich keine Lösung ab.

Dilemma im Mittelmeer

"Wenn ein Schiff Menschen aus Seenot rettet, dann kann es nicht durch alle möglichen Hafenstädte tingeln und schauen, ob da irgendein Land oder eine Stadt aufnahmebereit ist," sagt Isler. "Der "Place of safety" ist im internationalen Recht klar geregelt. Wenn man in einer bestimmten Position Menschen aus Seenot rettet, muss man sich an den nächsten sicheren Hafen wenden. In der Regel ist Lampedusa der nächste Ort. Das werden wir vermutlich auch Zukunft weiter so tun müssen. Auch wenn die italienische Regierung da wenig amüsiert drauf reagiert."

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