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Welt-Emoji-Tag: Wie es die spanische Paella in die Emoji-Liste schaffte

Eugeni Alemany: Komiker aus Valencia, der sich für ein Paella-Emoji einsetzte
Eugeni Alemany: Komiker aus Valencia, der sich für ein Paella-Emoji einsetzte
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An diesem Mittwoch ist Welt-Emoji-Tag. Ein Tag zu Ehren der lustigen Symbole, die Menschen in ihrer digitalen Kommunikation - auf Messenger-Diensten wie WhatsApp, Telegram oder Skype gern verwenden.

Was sind Emojis und woher kommen sie?

Emojis sind eine Weiterentwicklung des Emoticons, Gesichtsausdrücken, die mithilfe von Satzzeichen geschrieben wurden. Sie wurden erstmals Ende der 1990er Jahre auf digitalen Nachrichtendiensten verwendet, um den Ton einer Nachricht zu festzulegen. Der japanische Ingenieur Shigetaka Kurita war der Erste, der 1998 erstmals Emojis einsetzte.

Doch erst ab 2010 mit der Einführung des Unicode 6.0 erreichten die Emojis den Mainstream. Der Unicode wird ständig vom sogenannten Unicode-Konsortium erweitert und weiterentwickelt, um Zeichen international einheitlich zu kodieren. Dahinter steckt eine gemeinnützige Organisation, die sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge finanziert.

Emoji-Liste: Ständig erweitert

2019 kommt eine ganze Reihe neuer Emojis Eingang in die ohenhin schon volle Liste. Damit soll der weltweiten Vielfalt Rechnung getragen werden - allein 59 individuelle Emojis werden aufgenommen. Besonders bemerkenswert: Emojis, die für eine bessere Repräsentation von Menschen mit Behinderung oder eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten sorgen sollen, einschließlich blinder oder gehörloser Menschen. Die Emoji-Tierwelt wird um Flamingos und Faultiere erweitert und auch in der kulinarischen Welt gibt es Neuerungen.

Wie es die spanische Paella in die Emoji-Liste schaffte

Einer der jüngeren Zugänge in die Liste ist das spanische Nationalgericht, die Paella. Das Reisgericht aus der Pfanne wurde durch die unermüdliche Initiative eines Mannes in die Liste aufgenommen - Eugeni Alemany. Der Komiker und Fernsehmoderator aus Valencia bemühte sich ganze 2 Jahre darum, dass die Paella, die aus seiner Geburtstadt stammt, als erstes spanisches Gericht überhaupt ein eigenes Emoji bekam.

Quelle: @eugenialemany
Eugeni Alemany in JapanQuelle: @eugenialemany

Lärm in den Sozialen Medien - für ein Paella-Emoji

Eine Reise auf zwei Kontinente - und zahlreiche Aktionen in den sozialen Netzwerken ließen sein Unterfangen zum Selbstläufer werden. Es ging soweit, das eine der Marken, die Reis aus Valencia verkauft, Alemany kontaktierte, um eine formelle Petition für ein Paella-Emoji einzufordern. "Was als Scherz begann, nahm an Fahrt auf und 2015 starteten wir die Kampagne in den sozialen Netzen", erinnert er sich.

So reiste er auch zum Unicode-Konsortium nach San Francisco und sprach vor. Dort stellte man, nach Alemanys Worten zwei Anforderungen: die erste, dass die Paella weltweit als solche erkannt werde und zweitens, dass eine breite Öffentlichkeit das Paella-Emoji forderte.

Design des Emojis - mehrfach geändert

"Wir waren zweimal "Trending Topic", sehr krass, wenn man bedenkt, dass es um eine Kampagne aus Valencia ging, eine Autonomie-Region Spaniens", so Alemany. Die internationale Unterstützung für das Paella-Emoji und Millionen von Nutzern sozialer Netzwerke, führten letztlich dazu, dass die Paella ab 2016 in die Tastaturen der Welt aufgenommen wurde.

Doch das Paella-Emoji enttäuschte die Erwartungen der Valencianer. Das Emoji zeigte im gelben Reis Erbsen, Muscheln und Garnelen - doch die traditionelle Rezeptur sieht lediglich Kaninchen und Huhn darin vor. "Das war keine Paella, sondern Reis mit allem möglichen", so der Komiker. Das Design des Paella-Emoji wurde wegen der andauernden Kritik letztendlich geändert - und sieht nun so aus.