Euronews kann nicht mehr über Internet Explorer abgerufen werden. Der Browser wird von Microsoft nicht aktualisiert und unterstützt die neuesten technischen Entwicklungen nicht. Wir empfehlen Ihnen, einen anderen Browser wie Edge, Safari, Google Chrome oder Mozilla Firefox zu benutzen.
Eilmeldung

Bahamas: 70.000 Menschen in Not

Bahamas: 70.000 Menschen in Not
Copyright
REUTERS/Marco Bello
Euronews logo
Schriftgrösse Aa Aa

Erste Ausläufer des Wirbelsturms "Dorian" erreichten am Donnerstagabend die Küstengebiete der US-Staaten North und South Carolina. Auch dort kam es zu Überschwemmungen.

Zahlreiche Häuser wurden abgedeckt, Bäume und Strommasten stürzten um. Obwohl der Sturm zu einem Hurrikan der Kategorie zwei von fünf herabgestuft wurde, brachte er noch immer Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 Kilometer pro Stunde mit sich. Für Hunderttausende Menschen in North und South Carolina galten Evakuierungsanordnungen.

Der Hurrikan hatte zuvor fast drei Tage lang auf den Bahamas gewütet und verheerende Schäden angerichtet. Dabei kamen nach jüngsten Angaben mindestens 30 Menschen ums Leben. Die Rettungseinsätze gingen am Donnerstag auf den beiden am schwersten getroffenen Inseln im Norden des Karibikstaates weiter. Zahlreiche Menschen wurden noch immer vermisst.

Reuters / LEA CHARLES

Versorgungskrise von überwältigendem Ausmaß

Die Regierung könne eine Versorgungskrise dieses Ausmaßes nicht allein bewältigen, betonte der bahamaische Gesundheitsminister Duane Sands. Er habe die Weltgesundheitsorganisation WHO um Hilfe gebeten, wie unser Korrespondent vor Ort Philip Clowther berichtet.

"Laut Angaben der Vereinten Nationen benötigen 70 Tausend Menschen auf den Inseln Abaco und grand Bahama dringend humanitäre Hilfe. Diese Hilfe kommt von hier aus der Hauptstadt Nassau, wo sie organisiert wird. Hier landen auch Evakuierte auf dem Internationalen Flughafen. Es ist jedoch schwer, humanitäre Hilfe auf die hart getroffenen nördlichen Inseln zu bringen.

Es gibt drei Möglichkeiten, dorthin zu gelangen: per Boot, Flugzeug oder Hubschrauber. Es gibt jedoch nur einen funktionierenden Hafen, in dem Lebensmittel und andere Vorräte abgeliefert werden können. Es gib nur eine Landebahn, die nur sehr begrenzt Hilfe annehmen kann und Evakuierungen werden mit dem Hubschrauber durchgeführt, zum Beispiel von der amerikanischen Küstenwache.

Ich habe mit vielen humanitären Helfern auf den Bahamas gesprochen und es scheint einige unter ihnen zu geben, die frustrieren, dass zum Beispiel Essen, Wasser und Medikamente hier in Nassau am Boden bleiben.

Dorian war der schlimmste Hurrikan in der Geschichte der Bahamas und die Zahl der Opfer dürfte voraussichtlich steigen."

UN will mehr als sieben Tonnen Nahrungsmittel schicken

Das World Food Programme (WFP) bereitet eine Nahrungsmittellieferung für die vielen Obdachlosen vor. "Die Agentur hat acht Tonnen fertiger Gerichte gekauft und organisiert den Transport auf die Bahamas", sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stephane Dujarric, am Donnerstag in New York. (Acht Tonnen in Amerikanischer Zählweise entsprechen in Deutschland etwa 7,25 Tonnen.)

Auch werde die UN-Agentur Bauteile für Büros und Generatoren von Panama auf die Hauptinseln fliegen lassen, auf denen zwei logistische Zentren für die Einsatzkräfte errichtet werden sollen. Die Kommunikation der Helfer solle mit Satelliten-Telefonen verbessert werden.

In den kommenden Tagen und Wochen plant das WFP die Verteilung von weiteren Dutzend Tonnen an Nahrung.