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Hoffnung für Querschnittsgelähmte: Laufen dank Exoskelett

Hoffnung für Querschnittsgelähmte: Laufen dank Exoskelett
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AFP PHOTO / FONDS DE DOTATION CLINATEC - CLINATEC ENDOWMENT FUND
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Es klingt wie ein medizinisches Wunder. Einem vom Hals abwärts behinderten Mann ist es gelungen, erste Schritte zu laufen - über ein allein durch Hirnsignale gesteuertes Exoskelett.

Französische Wissenschaftler von Clinatec aus Grenoble hatten dem an Armen und Beinen gelähmten Patienten zwei kabellose Geräte unter der Schädeldecke implantiert, es zeichnet die Hirnströme auf.

Konzentriert sich der Patient darauf, ein Bein zu bewegen, geben die Implantate die Signale an einen Computer-Algorithmus weiter. Dieser wandelt die Informationen in motorische Befehle um.

Clinatec-Neurochirurg Benabid Alim Louis:

Dank dem Implantat, das die Aktivitäten des Patienten sammelt und der Computer Software, die entwickelt wurde, um die Informationen zu verarbeiten, sind wir in der Lage, die Motoren zu kontrollieren, die die Arme und Beine bewegen.

Die Studie wurde vor zwei Jahren begonnen und wird derzeit im medizinischen Fachblatt The Lancet30321-7/fulltext) von Professor Tom Shakespeare vorgestellt.

Shakespeare forscht an der London School of Hygiene and Tropical Medicine:

Seit den 50er Jahren verspricht man Querschnittsgelähmten, wieder gehen zu lernen. Es ist eins der großen Ziele in der Medizin. Interessant ist, dass die Implantate Impulse des Gehirns umwandeln konnten, als ob es sich um Computersignale handelt.

Der Prototyp des Exoskeletts entstand an einer Universität in Grenoble. Die Stützstruktur mit Motoren übernimmt, was der Körper nicht schafft: Sie bewegt Beine und Arme. Der Anzug ist an einer Deckenschiene aufgehängt.

Ein Durchbruch in der Forschung und Hoffnungsschimmer für Patienten. Noch ist das Exoskelett jedoch im Teststadium.