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Russland stoppt Öllieferung an Weißrussland

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Russland stoppt Öllieferung an Weißrussland
Copyright  AP   -   Mikhail Klimentyev
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Russland hat offenbar vorläufig seine Öllieferungen an den Nachbarn Weißrussland gestoppt. Die Länder konnten sich auf keinen Vertrag einigen - Weißrussland fürchtet eine noch stärkere Kontrolle Russlands.

Der weißrussische Energieversorger Belneftekim teilte am Freitag mit, dass die zwei Raffinerien des Landes nur noch mit einem "technischen Minimum" beliefert werden würden. Man arbeite jedoch daran, die Lieferverträge für Januar noch abzuschließen. Der bisherige Vertrag war am 31. Dezember ausgelaufen.

Ende Dezember wies der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko seine Regierung an, alternative Öllieferanten einzubeziehen, was in der Praxis jedoch schwierig sein dürfte, da das Land fast vollständig von Russland abhängig ist. Weißrussland deckt seinen Engergeibedarfs zu mehr als 80 Prozent mit russischen Öl und Gas. Über 90 Prozent seiner Rohöleinfuhren kommen aus Russland.

Lukaschenko hatte zuletzt im Dezember mit Kremlchef Wladimir Putin über die Energielieferungen gesprochen. Das Land will nach eigenen Angaben in diesem Jahr bis zu 25 Millionen Tonnen Öl von seinem Nachbarn kaufen. Streitpunkt war bisher der Preis.

Lukaschenko:"Wir haben uns vor langer Zeit geeinigt. Menschen und Unternehmen müssen gleiche Bedingungen zum Leben und Arbeiten haben. Gleiche Bedingungen - mehr ist nicht nötig".

Demonstranten versammelten sich in Minsk und protestierten gegen eine engere Anbindung an Russland. Sie befürchten vor dem Hintergrund der Russland-Ukraine-Krise und der Annektion der Krim, ihrem Land könnte angesichts seiner großen Abhängigkeit vom starken Nachbarn ähnliches blühen.