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Libyen-Konferenz in Berlin: Eine Chance für Frieden zwischen den Konfliktpateien?

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Libyen-Konferenz in Berlin: Eine Chance für Frieden zwischen den Konfliktpateien?
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Es ist eines der größten, internationen Gipfeltreffen, die in den vergangenen Jahren in Berlin stattgefunden haben - Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt am heutigen Sonntag in Berlin die Teilnehmer des Libyen-Gipfels.

Dazu gehören neben dem libyschen Rebellengeneral Chalifa Haftar und Libyens Regierungschef Fajis al-Sarradsch die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Verantwortliche der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der Afrikanischen Union und der Arabischen Liga.

Ziel der Konferenz im Bundeskanzleramt ist es, die Eskalationsspirale in dem nordafrikanischen Land zu stoppen, das bestehende UN-Waffenembargo durchsetzen und einen einem Friedensprozess einzuleiten.

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UN-Beauftrage für Libyen Ghassan SalaméAFP

Die Erwartungen an den Gipfel sind groß, die Erfolgschancen unsicher meint der UN-Beauftrage für Libyen Ghassan Salamé:

"Ich bin nicht pessimistisch genug, um zu sagen, dass die Konferenz in Berlin nichts bringen wird, aber ich bin auch nicht naiv genug, zu glauben, dass sie das Ende der internationalen Spannungen bedeutet. Wenn es uns gelingt, die Spannungen, insbesondere die regionalen, aber auch die internationalen, zu lockern, zu reduzieren, zu beruhigen, zu nuancieren, dann wäre das sehr gut."

Zu den Gipfelteilnehmern gehören auch der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan, die beide Einfluss auf den Konflikt nehmen. Russland steht aufseiten des Rebellengenerals Haftar, für den russische Söldner kämpfen sollen. Die Türkei ist auf der Seite der UN-unterstützen Regierung in Tripolis unter der Führung von al-Sarradsch. Anfang Januar hatte Erdogan Truppen nach Libyen geschickt, um die Regierung im Kampf gegen Haftar zu unterstützen. Am 12. Januar wurde in Moskau ein wackliger Waffenstillstand geschlossen.

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Recep Tayyip Erdogan und Wladimir PutinAP, AFP

Die Menschen in Tripolis hoffen auf dauerhaften Frieden. Mohamed Abdel Salam wohnt in Tripolis, er sagt: "Wenn die Konferenz in Berlin für das libysche Volk und Libyen ist, dann begrüßen wie sie. Wenn sie jedoch für etwas anderes genutzt wird, dann werden wir nicht glücklich damit sein."

In erster Linie geht es auf den Gipfel in Berlin zunächst um ein Abkommen zwischen den Länder, die Einfluss auf den komplizierten Konflikt in Libyen nehmen, um letztlich einen Stellvertreterkrieg wie in Syrien zu unterbinden und das Land wieder zu stabilisieren.

Aus europäischer Sicht geht es auch darum, Migration aus Afrika zu begrenzen und islamistischen Terroristen keinen neuen Rückzugsraum zu bieten.