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Jetzt werden Straßen desinfiziert: 5 Mal mehr Coronavirus Fälle?

Jetzt werden Straßen desinfiziert: 5 Mal mehr Coronavirus Fälle?
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AP Photo/Achmad Ibrahim - Achmad Ibrahim
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Videos im Internet zeigen jetzt, wie ganze Straßenzüge etwa 400 Kilometer von Wuhan entfernt desinfiziert werden. "So habe ich meine Heimatstadt noch nie gesehen", schreibt Qingqing_Chen auf Twitter.

Weitere Millionenstädte wurden unter spezielle Quarantäne gestellt. So darf in Wenzhou nur noch alle zwei Tage eine Person pro Familie zum Einkaufen die Wohnung verlassen.

Bis Dienstag stieg die Zahl der bestätigten Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus in China erneut sprunghaft. Wie die Gesundheitsbehörde mitteilte, gab es 20 438 bestätigte Erkrankungen - 3225 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesopfer stieg demnach um 64 auf 425. Es war erneut der bisher stärkste Anstieg der Infektionen und der Todesfälle innerhalb eines Tages.

Nicht alle teilen die Ansicht von Experten in Europa, man brauche nicht in Panik zu verfallen.

In Hongkong ist eine zweite Person außerhalb Festland-Chinas an 2019-nCoV gestorben. Die Krankenhausbehörde gab den Tod eines 39-Jährigen bekannt. Zuvor war auch ein Patient auf den Philippinen gestorben. Außerhalb Chinas sind knapp 200 Infektionen in rund zwei Dutzend Ländern bestätigt.

Fünf Mal mehr Fälle?

Schon vor einigen Tagen hatte Dr. Gabriel Leung, der in Hongkong forscht, davor gewarnt, dass fünf Mal mehr Menschen sich mit 2019-nCoV angesteckt haben könnten als offiziell bekannt war. Der Forscher verweist auch auf die vielen Reisen von eventuell infizierten Menschen anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes. Er hält die Quarantäne der Milionenstädte für sinnvoll.

In der Fachzeitschrift The Lancet erklärt Gabriel Leung: "Nicht jeder, der mit 2019-nCoV infiziert ist, braucht medizinische Hilfe oder sucht danach. Während einer sich rasch ausbreitenden Epidemie eines völlig neuen Virus, insbesondere wenn die Systemkapazität überfordert ist, könnten einige der Infizierten im offiziellen Register nicht erfasst sein.

(...) Die offensichtliche Diskrepanz zwischen unseren Schätzungen der 2019-nCoV-Infektionen und der tatsächlichen Zahl der bestätigten Fälle in Wuhan könnte auch auf mehrere andere Faktoren zurückzuführen sein. Dazu gehören die zeitliche Verzögerung zwischen Infektion und Symptombeginn, Verzögerungen bei der medizinischen Behandlung von Infizierten und die Zeit, die für die Bestätigung der Fälle durch Labortests benötigt wird, was sich auf die Gesamtaufzeichnung und Berichterstattung auswirken könnte.

Die neuen Schätzungen deuten auch darauf hin, dass mehrere chinesische Großstädte bereits Dutzende von Fällen der 2019-nCoV-Infektion aus Wuhan importiert haben könnten, und zwar in einer Zahl, die ausreicht, um lokale Epidemien auszulösen."

Auf Twitter teilt Dr. Leung auch ein Foto des Coronavirus, das seine Kollegen aufgenommen haben.

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