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Kein Ibuprofen gegen Covid-19? Minister empfiehlt Paracetamol

France Virus Outbreak
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Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran ist Arzt - genauer gesagt Neurologe. Der 39-Jährige aus Grenoble ist erst seit wenigen Wochen im Amt, aber durch die Coronavirus-Krise steht Véran - wie seine Kollegen aus anderen Ländern - derzeit im Zentrum der Aufmerksamkeit. An diesem Samstag hat Olivier Véran auf Twitter geschrieben: "#COVID--19 Die Einnahme von Entzündungshemmern (Ibuprofen, Kortison,...) könnte ein Faktor für die Verschlimmerung der Infektion sein. Im Fall von Fieber, nehmen Sie Paracetamol. Wenn Sie bereits Entzündungshemmer einnehmen oder wenn Sie Zweifel haben, fragen Sie Ihren Arzt um Rat."

Dieser Tweet hat eine riesige Diskussion ausgelöst. Zumal gleichzeitig eine WhatsApp-Nachricht massiv geteilt wurde, in der stand, Ibuprofen erhöhe laut einer Studie der Uniklinik Wien die Anfälligkeit für eine Coronavirus-Infektio. Doch die WhatsApp-Message ist eine Fake News. Die Uniklinik Wien hat auf Twitter erklärt, sie habe nichts mit derartigen Aussagen zu tun.

Der französische Gesundheitsminister bezieht sich aber nicht auf diese vermeintliche Studie, sondern offenbar auf einen Artikel in der Fachzeitschrift THE LANCET. Dieser beruht aber nur auf 32 in China untersuchten Fällen und behandelt den Zusammenhang zwischen Ibuprofen und einer Verschlimmerung von Covid-19 als eine Hypothese.

Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) kann sich durchaus vorstellen, dass insbesondere ASS, aber auch Ibuprofen, bei der Lungenerkrankung Covid-19 nicht hilfreich sein könnten. «"buprofen hemmt die Blutgerinnung, das wäre ein möglicher Hinweis", erklärt der Virologe. Damit steige das Risiko für innere Blutungen. "Bei Paracetamol ist das nicht der Fall."

Dennoch sei ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von NSAR und schweren Verläufen bei Covid-19 nach seinem Wissen bislang nicht gesichert, betont Schmidt-Chanasit. "Wir wissen wenig über die Pathogenese des Virus Sars-CoV-2. Es gibt dazu bisher keine klinischen Daten."

Nicht mehr alle werden getestet

Aufgrund der steigenden Zahl der Fälle und der damit einhergehenden Überlastung von Hausärzten und Krankenhäusern, sollten sich Patienten, die nur leicht an Covid-19 erkrankt sind, zu Hause bleiben und dort wieder gesund werden. Auf der Internetseite des französischen Gesundheitsministeriums steht zur Erklärung, warum nicht mehr alle Verdachtsfälle getestet werden: "Da die Zahl der Fälle zugenommen hat, ist eine systematische Ermittlung von Kontaktpersonen überflüssig geworden. Die Untersuchung aller Patienten mit Symptomen würde das ScreeningNetz sättigen, während bei schweren Fällen und kollektiven Strukturen fragiler Menschen das Screening immer die Möglichkeit bietet, Sofortmaßnahmen zu ergreifen (z.B. um die Ausbreitung des Virus innerhalb eines Krankenhauses zu verhindern, wenn ein Patient ins Krankenhaus eingeliefert wird). Die Zählung der Fälle basiert nicht mehr nur auf biologisch diagnostizierten Fällen, sondern auf epidemiologischen Schätzungen, wie dies bei der Grippe jedes Jahr geschieht (Anzahl der Konsultationen, Anzahl der schweren Fälle oder Todesfälle...)."

Welches sind die Symptome von Covid-19?

Das Robert-Koch-Institut schreibt: "Aus den kumulierten in China erfassten Fällen werden als häufigste Symptome Fieber und Husten berichtet."

Fieber: Daran liten laut RKI zwischen 80 und 90 Prozent der Covid-19-Patienten.

Husten: Mehr als 70 Prozent der Erkrankten litten unter Husten.

Atemnot betraf weit weniger Patienten, aber mehr als bei einer gewöhnlichen Grippe.

Zu den in Deutschland beobachteten Covid-19-Symptomen schreibt das RKI: "Unter den Fällen mit übermittelten Symptomen wurde am häufigsten Husten (58 %), Fieber (43 %) und Schnupfen (38 %) angegeben."

Ausgewogen essen, viel trinken

Ärzte empfehlen bei Infektionskrankheiten generell, sich ausgewogen zu ernähren - viel Gemüse zum Beispiel ist angesagt. Zudem sollten die Patienten mehr trinken als sonst. Da Coronavirus-Patienten ja zu Hause bleiben sollen, könnten sie sich drin oder am Fenster bewegen. Viel Sport sollten Erkrankte nicht betreiben.

Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen

In zahlreichen offiziellen Hinweisen zum Vorbeugen vor dem Coronavirus und zur Eindämmung der Verbreitung wird geraten, sich möglichst häufig und gründlich die Hände zu waschen - besonders gleich, wenn man nach Hause kommt. Zudem gilt es, etwa einen Meter Abstand zu den anderen Menschen zu halten und sich nicht per Handschlag zu ber¨ühren.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat an diesem Samstag ein Informationsvideo veröffentlicht.