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Um Kliniken zu entlasten: Spanische Ärzte beraten gratis auf Twitter

KrankenhausmitarbeiterInnen freuen sich über den Applaus, mit dem sich die Bevölkerung bei ihnen bedankt.
KrankenhausmitarbeiterInnen freuen sich über den Applaus, mit dem sich die Bevölkerung bei ihnen bedankt.   -   Copyright  AP Photo/Manu Fernandez, Archiv
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Ärzte und andere Professionelle aus Gesundheitsberufen in Spanien bieten ihre Hilfe kostenlos in den sozialen Medien an. Das Land hat gerade angekündigt, dass die landesweite Ausgangssperre um mindestens zwei Wochen bis zum 11. April verlängert wird. Die Infektionszahlen durch das Coronavirus steigen, das Gesundheitssystem ist völlig überlastet.

Eine Reihe von Fachleuten, von Urologen über Dermatologen bis hin zu Augenärzten, nutzen deswegen soziale Netzwerk, um Fragen zu Gesundheitsthemen zu beantworten.

Sergio Alique, ein Dermatologe aus Cuenca, sagte Euronews, dass bis zu 100 Dermatologen ein gemeinsames Konto - @dermosolidaria - eingerichtet haben, nachdem sie Hunderte von privaten Anfragen erhalten hatten.

"Die Idee ist es, Patienten zu helfen, die dermatologische Probleme haben (die nicht extrem dringend sind), die aber eine vorrangige Behandlung benötigen", sagte er.

"Dies wird dazu beitragen, unnötige Fahrten in Praxen und Krankenhäuser zu vermeiden, um diese nicht weiter zu belasten.

Rund 100 Anfragen an einem Tag hatte ein Augenarzt, der auf Twitter schreibt: "Wenn jemand ein Augenproblem hat, es aber nicht für ernst genug hält, unter diesen Umständen in die Notaufnahme zu gehen, kann er mich privat konsultieren." 100 Fälle, in denen Ärzte Zeit für Dringenderes hatten, freut er sich wenig später im selben Thread.

Auch die Urulogin Maria Sanchez schreibt, dass sie Patienten mit dringenden Fragen berät, um "unnötige" Gänge in die Notaufnahmen zu verhindern.

Am Mittwoch gab es in Spanien mehr Tote durch COVID-19 als in Italien. Auch die Todeszahl aus China wurde mittlerweile überschritten. Die Gesundheitskrise ist Experten zufolge auch Resultat jahrelanger Einsparungen in diesem Bereich.

Videos und Fotos von zwei Krankenhäusern in der spanischen Hauptstadt Madrid zirkulieren, in denen zahlreiche Patienten mit Sauerstoffflaschen sowie völlig überfüllte Korridore und Notaufnahmen zu sehen sind.

Im Universitätskrankenhaus 12 de Octubre lagen Patienten auf dem Boden, weil es keine freien Betten mehr gibt. Das Krankenhaus hat Patienten eigenen Angaben nach verlegt.

Am Mittwoch lag die Zahl der infizierten Mediziner nach Angaben der Gesundheitsbehörden landesweit bei fast 6.500, was 13,6% der insgesamt 47.600 Fälle und etwa 1% der Beschäftigten im Gesundheitssystem entspricht. Mindestens drei Mitarbeiter des Gesundheitswesens sind gestorben.