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Dunkelziffer-Studie: 0,33 % der Österreicher mit Coronavirus infiziert

WIen, 8. April 2020.
WIen, 8. April 2020.   -   Copyright  ALEX HALADA/AFP
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In Wien hat Wissenschaftsminister Heinz Faßmann die sogenannte Prävalenz-Studie vorgestellt, die die Dunkelziffer der Coronavirus-Fälle in Österreich ermitteln soll.

Danach waren Anfang April 0,33 Prozent der Menschen in Österreich mit SARS-CoV-2 infiziert. Das bedeutet, dass sich von den 8 Millionen Österreichern rund 28.500 angesteckt hatten. Allerdings gibt es eine große Spannbreite, es sei von zwischen 10'200 und 67'400 Infizierten auszugehen.

Die Schätzung gilt für die Zeit vom 1. bis 6. April.

Faßmann sagte: "Österreich ist das erste Land in Kontinentaleuropa, das eine Prävalenz-Studie vorlegen kann." Die Prävalenz zeigt das Vorkommen der Krankheit in der Gesamtbevölkerung.

Österreich hatte zu Beginn der Woche eine sogenannte "Exit-Strategie" vorgestellt, nach der kleine Geschäfte nach Ostern wieder öffnen dürfen. "Selbstverständlich unter sehr strengen Sicherheitsvorgaben", so Kanzler Kurz am Montag.

Anfang Mai sollen alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder aufmachen dürfen.

Österreich sei besser durch die Krise gekommen als die meisten anderen europäischen Länder, lobte sich die Regierung auf einer Pressekonferenz.

Die Maskenpflicht wird ab kommenden Montag nicht nur in Österreichs Supermärkten sondern auch in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht werden. Das könne auch ein selbstgefertiger Mundschutz, ein Halstuch oder ein Schal sein.

In vielen anderen europäischen Ländern will man anstatt Modellrechnungen jetzt Antikörpertests bei einem großen Teil der Bevölkerung durchführen, um die Durchseuchungsrate schätzen zu können. Auch einen Hinweis auf den Anteil der asymptomatischen Coronavirus-Infizierten erhofft man sich durch diese sogenannten serologischen Studien.

Diese Zahl wird bei der Lockerung der Maßnahmen, die derzeit das normale Leben auf der ganzen Welt einschränken, eine wichtige Rolle spielen.

Experten glaube, dass nur wenn sichergestellt ist, dass ungefähr 60 Prozent der Bevölkerung eines Landes immun gegen das Virus sind, eine zweite Erkrankungswelle verhindert werden kann.

Das größte Problem ist derzeit, dass nicht klar ist, wie lange die Immunität gegen das Virus anhält.