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Ab 11. Mai wieder Schule? Frankreichs Lehrer sind entsetzt

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Ab 11. Mai wieder Schule? Frankreichs Lehrer sind entsetzt
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"Ab Montag dem 11. Mai werden wir schrittweise wieder die Schulen öffnen - vom Kindergarten und der Vorschule bis zur Oberstufe."

Mit dieser Ankündigung hat Emmanuel Macron die Franzosen ziemlich überrascht. Dass er die strikte Ausgangssperre angesichts der grassierenden Coronaepidemie um einen ganzen Monat verlängern würde, schien klar. Nicht aber, dass als Erstes die Kinder raus dürfen.

Viele halten diesen Schritt für verfrüht. Besonders Lehrer sind entsetzt. Man habe nicht die Absicht, die Helden der Nation zu spielen, sagen Gewerkschaftsvertreter wie Mathilde Eisenberg von der SNUipp-FSU.

"Wir sagen ganz klar, dass wir unter diesen Bedingungen nicht am 11. Mai wieder arbeiten werden. Der Gesundheits- und Sicherheitsausschuss des Bildungsministeriums hat jedem empfohlen, sich vor der Wiedereröffnung der Schulen testen zu lassen. Das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass wir den Unterricht wieder aufnehmen.

"Tests für alle! Und eine Rückkehr in die Schulen wenn, dann nur mit der entsprechenden Schutzausrüstung."
Mathilde Eisenberg
Lehrergewerkschaft SNUipp-FSU

Französische Ärzte verstehen diese Sorge, unterstreichen aber auch die Notwendigkeit, das Kinder wieder in die Klassengemeinschaft zurückkehren. Sie hoffen auf mehr Klarheit in den kommenden Wochen.

Eric Thibaud, Notfallmediziner am Pasteur-Krankenhaus in Colmar, meint, es gebe keine falsche oder richtige Antwort. "Aber wir können von dem lernen, was um uns herum geschieht. Wenn ich es richtig verstehe, haben die Dänen gerade ihre Schulen wieder geöffnet, in Schweden gibt es keine Ausgangssperre und in Österreich beginnt eine schrittweise Lockerung."

"Uns bleibt ein weiterer Monat, um darüber nachzudenken und zu beobachten, welches Modell fürs am besten geeignet ist."
Eric Thibaud
Notfallmediziner am Pasteur-Krankenhaus in Colmar

Spielende Kinder auf Frankreichs Schulhöfen wäre sicherlich ein wohltuender Anblick und Schritt in Richtung Normalität. Vieles hängt jedoch davon ab, wie sich die Epidemie in den kommenden Wochen entwickelt. Und ob sich die Franzosen weiterhin an die strengen Ausgehbeschränkungen halten.