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Warum Träger von FFP2/3-Masken mit Ventil eigentlich Egoisten sind

In diesem ehemaligen Eisladen in Amsterdam verkauft ein Mann FFP2-Masken für 9 Euro pro Stück.
In diesem ehemaligen Eisladen in Amsterdam verkauft ein Mann FFP2-Masken für 9 Euro pro Stück.   -   Copyright  Peter Dejong/AP
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Masken gehören unumstritten zum Leben post Corona. Mittlerweile haben viele Länder ihre Engpässe bei der Lieferung von Masken für Menschen, die Kontakt mit potenziell infizierten Menschen haben, überwunden. Allerdings gilt nach wie vor die Richtlinie, dass spezielle FFP2- und FFP3-Masken für medizinisches Personal reserviert bleiben sollten.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) schreibt dazu: "FFP-Masken müssen medizinischem und pflegerischem Personal vorbehalten bleiben. Der Schutz des Fachpersonals ist von gesamtgesellschaftlich großem Interesse."

Dieser Empfehlung liegt nicht nur zu Grunde, dass Engpässe vermieden werden sollen und auch Masken aus Stoff, die wiederverwendbar sind, ihren Zweck, die Geschwindigkeit des Atemstroms oder Speichelauswurfs zu reduzieren, erfüllen. FFP2/2-Masken gibt es mit Ventil - vor der Coronavirus-Pandemie konnten diese unter anderem in Baumärkten gekauft werden, weil sie bei Arbeiten mit Staub die Atemwege des Trägers gut schützen, aber gleichzeitig das Atmen leichter machen.

Schutz für Träger vs. Schutz für Andere

Immer wieder sieht man auch auf der Straße Menschen mit diesen Masken, die eine Art Plastikschild mit dem Filter vor dem Mund haben. Auf einigen steht dick gedruckt M3. Wer denkt, dass diese Masken besonders viel Schutz bieten, hat damit nur teilweise Recht.

In der Asklepios Stadtklinik in Bad Wildungen (Hessen) und die anderen Kliniken des Unternehmens sind diese Masken jetzt für Besucher und Patienten in den Gebäuden und auch auf dem gesamten Gelände um das Krankenhaus verboten. Gegenüber dem Hessischen Rundfunk (hr) erklärte der Leiter des Gesundheitsamts Landkreis Waldeck-Frankenberg, dass vom Tragen der Masken mit Ventil in der Öffentlichkeit abgeraten wird.

Auf Anfrage von Euronews wies das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) darauf hin, dass Masken mit Ausatemventil "nur die eingeatmete Luft filtern" und "daher nicht für den Fremdschutz ausgelegt" sind.

Die Masken mit Ventil machen das Ausatmen für die Person, die sie trägt, leichter und sind so angenehmer zu tragen. Die ausgeatmete Luft kommt dabei genauso in den Raum oder die Umgebung des Trägers, wie wenn er keine Maske tragen würde. Sollte eine infizierte Person also eine Maske mit Atemventil tragen, sind Menschen um sie oder ihn herum nicht geschützt.

FFP-Masken mit den oben genannten Ventilen sind laut Bfarm nur zum Eigenschutz sowie zum Arbeitsschutz zu verwenden. Auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) empfiehlt das Tragen der FFP2/3-Masken nur ohne Ausatemventil und dann nur für Menschen, die mit COVID-19-verdächtigen Fällen in Kontakt sind.

Welchen Schutz soll ich tragen?

Wer in der Öffentlichkeit also eine Maske mit Atemventil trägt, der schützt nur sich selbst und trägt durch diese Maßnahme nicht zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus bei. Nachdem das Robert-Koch-Institut lange Zeit vom Tragen von Masken abriet, weil wie RKI-Chef Wieler erklärte, Träger sich auch in einer falschen Sicherheit wiegen können, rät das Institut heute zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNS) dort, wo Abstände nicht eingehalten werden können, wie etwa im öffentlichen Nahverkehr.

Zwar sei die Schutzwirkung nicht wissenschaftlich nachgewiesen, sie scheine aber "plausibel".

Nach wie vor gilt es, Kontakte auf das Nötigste zu reduzieren, mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen zu halten und sich mindestens 20 Sekunden lang mit Seife die Hände zu waschen - mehrfach täglich.

Wer sich krank fühlt sollte generell zuhause bleiben und sollte sie oder er medizinische Hilfe brauchen, den Arzt anrufen statt in die Praxis zu gehen.