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"Justizbehinderung als Lebensstil": Bolton rechnet mit Trump ab

"Justizbehinderung als Lebensstil": Bolton rechnet mit Trump ab
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Außenpolitik nach Bauchgefühl, gefährliches Unwissen, systematische Justizbehinderung - so beschreibt Donald Trumps Ex-Sicherheitsberater John Bolton den Regierungsstil des US-Präsidenten.

Alles für die Wiederwahl

Zu lesen sind die explosiven Vorwürfe im Enthüllungsbuch „The Room Where it Happened“ (zu Deutsch „Der Raum, in dem es geschah“) - Notizen aus anderthalb Jahren im Weißen Haus. Boltons Fazit: Ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump sei nicht nur wegen der Ukraine-Affäre, sondern in vielen Fällen gerechtfertig gewesen.

Bolton zeichnet das Bild eines US-Präsidenten mit peinlichen Wissenslücken. So habe er etwa gefragt, ob Finnland zu Russland gehöre und nicht gewusst, dass Großbritannien eine Atommacht sei.

Trump habe Eigeninteressen mit nationalen Interessen gleichgesetzt und immer nur mit Blick auf seine Wiederwahl im Herbst gehandelt. So habe Trump China um Wahlkampfhilfe gebeten, indem Peking mehr US-Agrarprodukte kaufe.

Peinliche Wissenslücken

Dem Staatschef fehle sowohl das Wissen als auch der Intellekt, um eine ordentliche Außenpolitik zu betreiben, so Bolton in einem ABC-Interview: "Der Präsident mag durchaus ein hervorragender Dealmaker sein... wenn es um Immobilien in Manhattan geht. Aber Dinge wie der Umgang mit Rüstungskontrollabkommen und mit vielen, vielen anderen internationalen Sicherheitsfragen sind weit von seiner Lebenserfahrung entfernt."

"Das "überaus langweilige" (New York Times) Buch von Spinner John Bolton besteht aus Lügen und falschen Geschichten", konterte Trump auf Twitter. "Er hat bis zu dem Tag, an dem ich ihn gefeuert habe, nur Gutes über mich gesagt. Er ist nichts als ein verärgerter, langweiliger Dummkopf, der in den Krieg ziehen wollte. Hatte keine Ahnung von nichts, wurde geächtet & glücklicherweise abserviert. Was für ein Trottel!"

Am 23. Juni soll das Buch auf den Markt kommen, das Weiße Haus versucht das vor Gericht zu verhindern.