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Steigende Fallzahlen: Europäische Länder verschärfen Corona-Kurs

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Steigende Fallzahlen: Europäische Länder verschärfen Corona-Kurs
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Der Plaza de Cibeles im Herzen der spanischen Hauptstadt: Normalerweise feiert Real Madrid hier ausgelassen seine Triumphe.

Keine Meisterparty in Madrid

Doch als sich Real gestern gegen Villarreal den Ligasieg sicherte, gab es nur ein verhaltenes Hupkonzert statt Partystimmung. Denn die Angst vor der zweiten Virus-Welle ist mindestens genauso groß wie die Freude über Reals 34. Meistertitel.

Seit Tagen wird die Kurve der Neuinfektionen in Spanien wieder steiler. Vor allem Cluster im Nordosten des Landes machen den Behörden Sorgen. Dort gibt es nun neue Ausgangsbeschränkungen.

Chefvirologe Fernando Simón erklärte gestern: "In Spanien beobachten wir in den letzten Wochen einen leichten Aufwärtstrend. Er ist vor allem auf lokale Ausbrüche in den autonomen Regionen zurückzuführen – etwa in Aragonien, wo die Fallzahlen deutlich ansteigen. Und auch die Situation in Katalonien ist ein Problem.“

Maskenpflicht in Frankreich kommt früher

Derweil verschärft Frankreich früher als geplant die Maskenpflicht. Bislang galt sie nur in öffentlichen Verkehrsmitteln. Geschäfte und andere Einrichtungen konnten selbst entscheiden, ob die Kunden Mundschutz tragen müssen.

"Wir hatten ursprünglich geplant, die Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen ab 1. August einzuführen", so Premierminister Jean Castex, "denn wir verfolgen eine Präventionsstrategie und handeln nicht aus einem Impuls heraus. Aber ich habe die Kritik gehört und verstanden: Diese Frist erschien zu lang und hat Fragen aufgeworfen. Deshalb wird das Dekret schon nächste Woche in Kraft treten.“

Präsident Macron stand der Maskenpflicht lang ablehnend gegenüber, sieht sie jetzt aber als unumgängliches Mittel im Kampf gegen die Pandemie. In Paris sehen das die meisten ähnlich.

Ein Fußgänger glaubt, dass "einige Leute die Regeln ziemlich satt haben und – oft wahrscheinlich unbewusst – angefangen haben, sich nicht mehr daran zu halten, beim Schlangestehen zum Beispiel. Und was ich auch oft sehe, ist, dass sie die Maske zwar tragen, aber sie hängt nur an einem Ohr oder ist unters Kinn geschoben. Und wenn sich dann zum Beispiel ein Kontrolleur in der U-Bahn nähert, zieht man sie schnell wieder hoch. Die Leute werden nachlässig ich finde das nicht sehr verantwortungsvoll.“

Ausreiseverbote für deutsche Corona-Gebiete

Auch Deutschland fährt in Sachen Corona-Eindämmung eine neue Strategie. Künftig soll es möglich sein, innerdeutsche Ausreisesperren für Menschen aus besonders betroffenen Gebieten zu verhängen. Darauf einigten sich Bund und Länder. Die Reiseverbote sollen aber örtlich begrenzt sein und sich nicht auf einen ganzen Landkreis beziehen.