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Ex-Trump-Berater Steve Bannon wegen Betrugsverdachts festgenommen

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Ex-Trump-Berater Steve Bannon wegen Betrugsverdachts festgenommen
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Vom Präsidentenmacher zum Angeklagten

Er trug zum Wahlsieg von Donald Trump bei, war zeitweise dessen wichtigster Berater, jetzt wurde er in New York festgenommen. Steve Bannon soll bei einer Spendenaktion für den Bau von Trumps Grenzmauer zu Mexiko Geld abgezweigt haben, so die Staatsanwaltschaft. (Hier können Sie die Anklageschrift lesen).

Die Organisation "We Build The Wall" hatte mehr als 25 Millionen Dollar eingesammelt. Einige Hunderttausend davon flossen aber laut den Ermittlern über Strohfirmen an Bannon und die anderen Angeklagten.

Dabei hatte die Organisation noch damit geworben, das Geld gehe zu 100 Prozent an den Mauerbau.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, die Beschuldigten würden wegen Verschwörung zum Überweisungsbetrug und Verschwörung zur Geldwäsche angeklagt. Die mögliche Höchststrafe: jeweils 20 Jahre Haft.

Evan Vucci/Copyright 2016 The Associated Press. All rights reserved.
Bannon während des Wahlkampfs für Donald Trump (l.)Evan Vucci/Copyright 2016 The Associated Press. All rights reserved.

Bannon: Einflussreiche Stimme des ultra-konservativen Lagers

Bannon gehört zu den einflussreichsten Stimmen im ultra-konservativen Lager der US-Politik. Der Mitgründer der erzkonservativen Internetplattform "Breitbart" war vor der Wahlkampfendphase 2016 zum Trump-Team gestoßen und übernahm dann die Leitung des Wahlkampfs.

Nach Trumps Einzug ins Weiße Haus wurde Bannon Trumps Chefstratege, sein Einfluss wurde als gewaltig beschrieben. Im Sommer 2017 musste Bannon auf Trumps Druck seinen Hut nehmen.

Bannon war danach auch mit rechtspopulistischen Parteien in Europa in Kontakt. Im vergangenen Jahr scheiterten seine Pläne, ein altes Kloster unweit von Rom in eine Akademie für Rechtspopulisten zu verwandeln. Im Frühjahr 2018 hatte sich die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, mit Bannon getroffen.

AP/Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
Bannon mit der rechtsextremen französischen Politikerin Marine Le PenAP/Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.

Bisher zahlen die US-Bürger für die Mauer

Der Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko war eines der wichtigsten Wahlversprechen Trumps vor der Präsidentschaftswahl 2016. Trump versprach außerdem, dass Mexiko für den Bau der Mauer zahlen werde, was aber nicht geschah.

Bislang sind knapp 300 Meilen (480 Kilometer) gebaut worden - auf Kosten des US-Steuerzahlers. Der Republikaner Trump will auf der Hälfte der rund 3200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen lassen, um illegale Grenzübertritte von Migranten abzuwehren. Die Demokraten sind strikt gegen die Mauer.