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Corona-Studie: Sollen wir nach Masken auch noch Brillen tragen?

Demo Day 2016 - Design Center. In Prezi HQ, Nagymező street 54-56, Budapest, Hungary.
Demo Day 2016 - Design Center. In Prezi HQ, Nagymező street 54-56, Budapest, Hungary.   -   Copyright  Elekes Andor / CC BY-SA 4.0   -   via Wikimedia Commons
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Forscher in China haben herausgefunden, dass Brillenträger offenbar ein geringeres Risiko haben, sich mit dem Coronavirus anzustecken.

Nur wenige Brillenträger unter den Corona-Patienten im Krankenhaus

Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift JAMA Ophthalmology darlegen, sind seit dem Ausbruch des Coronavirus im chinesischen Wuhan im Dezember 2019 nur wenige Brillenträger mit Coronasymptomen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Um ihre These zu belegen, wurde in der Krankenakte vermerkt, ob ein Patient eine Brille trägt oder nicht. Ihre Studie ergab, dass nur 16 der 276 im Krankenhaus aufgenommenen Patienten, oder anders ausgedrückt, 5,8 Prozent, Brillenträger waren, also ihre Sehhilfe mehr als acht Stunden pro Tag trugen. Sie fanden dann heraus, dass all diese Patienten kurzsichtig waren.

In einem weiteren Schritt wurde dann untersucht, wie viele Menschen in der Region, der chinesischen Provinz Hubei - dort befindet sich das Krankenhaus - an Kurzsichtigkeit litten. Der Anteil der kurzsichtigen Bevölkerung lag bei 31,5 Prozent und ist damit wesentlich höher als unter den ins Krankenhaus eingewiesenen Patienten. Die Forscher vermuten nun einen Zusammenhang zwischen beidem.

Zusammenhang zwischen Brille und Ansteckung?

Tatsächlich gab es bereits im Februar Beobachtungen darüber, dass Menschen, die sich mit dem Coronavirus infizierten, ihre Augen in medizinischen Bereichen nicht angemessen geschützt hatten.

Die Autoren des Artikels zeigen selbst einige Schwachstellen auf. Zunächst wurden die Probanden nur an einem Ort untersucht. Die Daten, die die Wissenschaftler zur Allgemeinbevölkerung heranzogen, stimmten in Bezug auf Alter und andere demografische Merkmale nicht mit ihrer Stichprobe der Covid-Patienten im Krankenhaus überein. Auch ist nicht gesagt, dass alle Kurzsichtigen in der Bevölkerung ihre Brille ebenfalls mindestens acht Stunden am Tag tragen.

Das Coronavirus überträgt sich durch Aerosole, also über die Luft, aber auch, wenn sich Viruspartikel in ausreichend großer Menge an unseren Händen befinden. Wer sich die Augen reibt, erhöht die Gefahr, das Virus in seinen Körper zu lassen. Das Abdecken unserer Augen mit einer Brille kann einen zusätzlichen Schutz bieten - sowohl vor dem Virus, das in der Atemluft anderer Menschen übertragen werden kann, als auch, weil die Brille uns davon abhält, unsere Augen zu reiben.

Daten mit Vorsicht zu genießen

Auch wenn die Studie darauf hindeutet, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Tragen einer Brille und einer Infektion mit dem Coronavirus gibt, so fehlen ausreichend Daten, um diese Beobachtung sicher zu belegen. Das Ergebnis der Forscher ist also - zumindest vorerst - mit Vorsicht zu genießen.

Journalist • Cornelia Trefflich

Weitere Quellen • Science Alert