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30 Jahre nach Wiedervereinigung: Eine vollendete Erfolgsgeschichte?

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Berliner Mauer
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Vor dreißig Jahren lagen sich Tausende zwischen Brandenburger Tor und Reichstag in Berlin in den Armen. Die deutsche Nationalhymne erklang erstmalig bei einem offiziellen Festakt der wiedervereinten Stadt. 30 Jahre später ist alles ein wenig anders. Ein großes Volksfest zum Jubiläum in Potsdam ist Corona-bedingt ausgefallen. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die versammelte politische Prominenz bleiben beim Festakt unter sich.

Und doch richten sie sich mit einer wichtigen Botschaft an alle, die in diesem Land leben. Ihr Tenor: In dieser schwierigen Zeit bewährt sich ein wiedervereinigtes Deutschland, das nach 30 Jahren Einheit inmitten einer Pandemie zusammenhält.

Wir müssen wieder mutig sein. Mutig, neue Wege zu gehen - angesichts einer Pandemie. Mutig - noch bestehende Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland zu überwinden
Angela Merkel
Bundeskanzlerin

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Marco Wanderwitz ist Ost-Beauftragter der Bundesregierung. Als der eiserne Vorhang fiel, war er noch ein Teenager. Rückblickend empfindet er das Ende der DDR als großes Glück, wie er Euronews exklusiv berichtet:

1990 - das war eine tolle Zeit. Zum einen das Abstreifen dieser Diktatur und zum anderen die Wiedervereinigung als großes Geschenk - nämlich dass die Teilung beendet ist, dass das Volk wieder in einem gemeinsamen Land lebt, in einer Demokratie lebt.
Marco Wanderwitz
Ost-Beauftragter der Bundesregierung

Mit Anwendung des Artikels 23 des Grundgesetzes trat die ehemalige DDR der Bundesrepublik bei. Die Euphorie der Wendejahre wich jedoch schnell einer wirtschaftlichen Skepsis, ob sich die Lebensverhältnisse in Ost und West angleichen. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung ist das Lohn- und Rentenniveau im Osten noch immer deutlich niedriger.

An diesen Stellschrauben gilt es zu drehen, mahnt auch Wanderwitz. Wenn sich die Lebensverhältnisse weiter einem einheitlichen Niveau annähern sollten, könnte sein Posten als Ost-Beauftragter, so sagt er selbst, beim nächsten Einheits-Jubiläum entbehrlich sein.