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Meck-Poms Innenminister Caffier tritt nach Waffenkauf bei Rechtsextremisten zurück

Caffier auf Wahlplakat 2016
Caffier auf Wahlplakat 2016   -   Copyright  Christian Charisius/dpa via AP
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Der Innenminister des deutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), ist zurückgetreten, weil er Anfang 2018 offenbar bei einem Rechtsextremisten privat eine Waffe gekauft hatte.

"Ich habe eine Waffe bei jemanden erworben, bei dem ich sie aus der heutigen Sicht nicht hätte erwerben dürfen. Aber: Nicht der Erwerb war ein Fehler, sondern mein Umgang damit. Dafür entschuldige ich mich", schrieb er in einer persönlichen Erklärung. "Ich trete daher als Minister für Inneres und Europa mit Ablauf des heutigen Tages zurück."

Die taz schreibt, dass Caffier wegen ihrer Recherchen zurückgetreten sei.

So erklärt die tageszeitung aus Berlin zum Hintergrund: "__Am 23. März 2020 schicken wir mehrere Fragen an das Innenministerium des Landes. Wir möchten wissen, ob Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bei einem Mann das Schießen trainiert hat, der Mitglied eines Netzwerks namens Nordkreuz war. Und wir möchten wissen, ob Caffier von diesem Mann eine Waffe gekauft hat.

Nordkreuz ist der größte Rechtsextremismus-Skandal Mecklenburg-Vorpommerns, seine Bedeutung reicht weit über die Landesgrenzen hinaus. Es geht um eine Gruppe von Menschen, die sich auf einen Tag X vorbereiten. Manche von ihnen bauten sich Bunker in den Garten, andere legten Munitionsverstecke an. Wieder andere bestellten Leichensäcke. Zwei Mitglieder der Gruppe, darunter ein Kriminalpolizist, sollen Feindeslisten mit Privatdaten politischer Gegner angelegt haben, um sie an jenem Tag X töten zu können."

Lorenz Caffier war 14 Jahre Innenminister des nordostdeutschen Bundeslandes mit 1,6 Millionen Einwohnern. Er ist damit der dienstälteste Innenminister Deutschlands. Nach Darstellung des Innenministeriums gab es erst im Mai 2019 belastbare Hinweise darauf, dass der Waffenhändler rechtsextremes Gedankengut habe.