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Tigray-Konflikt in Äthiopien: "Wir sind bereit zu sterben"

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Tigray-Konflikt in Äthiopien: "Wir sind bereit zu sterben"
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Der Präsident der äthiopischen Region Tigray, Debretsion Gebremichael, hat ein Ultimatum abgelehnt, das Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed am Wochenende gestellt hatte. "Wir sind bereit zu sterben, um unser Recht auf eine eigene Verwaltung zu verteidigen", sagte Gebremichael gegenüber der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Nach dem Ultimatum will Äthiopien Tigrays Hauptstadt Mekelle angreifen

Die abtrünnige Region im Norden des Landes sollte sich dem Ultimatium nach binnen 72 Stunden ergeben. Andernfalls würde das Militär mit einer Offensive auf die Regionalhauptstadt Mekelle beginnen.

Seit Wochen eskaliert der Konflikt. Hunderte wurden getötet, Zehntausende sind auf der Flucht. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, die Kämpfe begonnen zu haben. Seit dem 4. November setzt Addis Abeba das Militär gegen Rebellengruppen und die Regionalregierung, die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) ein. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern größere Autonomie.

Das äthiopische Militär haben mit Luftangriffen und Bodenkämpfen bereits eine Reihe von Ortschaften in Tigray eingenommen und rücken auf die etwa 500.000-Einwohner-Stadt Mekelle vor, die Hauptstadt der Region Tigray von der aus die TPLF agiert.

Vor zehn Tagen hatte Abiy Ahmed den Tigray-Truppen ein erstes Ultimatum gestellt und sie aufgefordert, überzulaufen und der nationalen Armee beizutreten. Wenige Tage später gab er bekannt, dass die am 4. November eingeleitete militärische Offensive in Tigray in ihre "Endphase" eintritt.

Inzwischen teilte der UN-Sicherheitsrat mit, dass mittlerweile mehr als 40.000 äthiopische Flüchtlinge im Sudan angekommen sind. Die UN rechnet mit bis zu 200.000 Flüchtlingen.