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Proteste in Belarus - Schnee, Kälte und Zerstreuungstaktik

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Proteste in Belarus - Schnee, Kälte und Zerstreuungstaktik
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In Minsk und anderen Städten in Belarus haben am Wochenende erneut tausende Menschen gegen Präsident Alexander Lukaschenko protestiert.

Die Demonstranten trotzten Schnee und Kälte und verfolgten, wie bereits in der Vorwoche, eine neue Zerstreuungstaktik. Sie versammelten sich in verschiedenen Bezirken und marschierten in Reihen durch die Stadt. Die Opposition hatte ihre Anhänger dazu aufgerufen, an mehreren kleineren Versammlungen in verschiedenen Bezirken der Hauptstadt teilzunehmen.

Die belarussische Menschenrechtsgruppe Wesna berichtete von rund 170 Festnahmen. In den sozialen Netzwerken veröffentlichte Videos zeigen, wie die Polizei Tränengas und Schlagstöcke gegen die Demonstranten einsetzt.

Wie bei früheren Aufmärschen verfolgte die Polizei fliehende Demonstranten in Höfe und Gebäude. Das mobile Internet wurde von den Behörden gesperrt und U-Bahn-Stationen geschlossen, um Kommunikation und Versammlungen zu erschweren.

Die Sicherheitskräfte, besonders die Einheiten der Sonderpolizei Omon, versuchen, die Demonstranten bei den Protestzügen daran zu hindern, sich im Zentrum von Minsk zu versammeln, wo an den größten Kundgebungen bis zu hunderttausende Menschen teilgenommen.

Es war der 17. Protestsonntag in Folge seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl im August. Seitdem versuchen die Sicherheitskräfte in dem autoritär regierten Staat, die Oppositionsbewegung zu zerschlagen.

Lukaschenko hatte sich am 9. August mit über 80 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. Die EU erkennt ihn nicht als Präsidenten an. Die Opposition sieht die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja als wahre Gewinnerin. Sie floh aus Angst um ihre Sicherheit ins EU-Land Litauen.