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Japan unterstützt Ausländer während der Coronakrise

Von Charlotte Kan, Sabine Sans
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Japan unterstützt Ausländer während der Coronakrise
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Überall auf der Welt stellen sich die Menschen auf die sogenannte "neue Normalität" ein. Auch das wirtschaftliche und soziale Leben in Japan hat sich verändert. Diese neue Spotlight-Serie zeigt anhand Geschichten einzelner Menschen aus dem ganzen Land, wie Japan das Leben mit Covid-19 meistert. In dieser Folge geht es um Ausländer und Organisationen, die sie in Coronazeiten unterstützen. Wir treffen einen Franzosen, der an Covid-19 erkrankt war. Das internationale medizinische Informationszentrum AMDA half ihm, ein Krankenhaus zu finden. Wir besuchen das Tokyo Medical And Dental University Hospital, das eine eigene Abteilung für die Behandlung von COVID-19-Patienten, darunter auch Ausländer, besitzt. Es war ein schwieriges Jahr für Menschen, die in Japan Arbeit suchen, vor allem für Ausländer, Studenten oder junge Menschen kurz nach dem Universitäts-Abschluss. Ein US-Amerikaner erzählt, wie ihn der Café-Treffpunkt "Gowell Town" bei der Arbeitssuche unterstützte. Außerdem erzählten uns ausländische Studenten von ihrem ungewöhnlichsten Studienjahr.

Welche Erfahrungen haben Expats und ausländische Studenten während der Coronakrise in Japan gemacht?

Frédéric Madelaine lebt seit zwei Jahrzehnten in Japan. Der französische Patissier erkrankte im Frühjahr schwer an Covid-19. Er erzählt: "Ich wurde mit Unterdruck in einem Zimmer isoliert in einem Militär-Krankenhaus. Ich wurde sehr gut versorgt, sowohl von den Ärzten als auch von den Krankenschwestern. Es gab keinerlei Diskriminierung, ich wurde behandelt wie die Einheimischen."

Heute geht es dem Franzosen wieder gut. Wenn in Japan ein Patient mit Covid-19 ins Krankenhaus eingewiesen werden muss, muss er zunächst eine Klinik finden. Das internationale medizinische Informationszentrum AMDA hilft Ausländern dabei:

"Als das Coronavirus ausbrach, erhielt das internationale medizinische Informationszentrum AMDA ziemlich viele Anrufe von Ausländern. Der Präsident der Japanischen Ärztekammer beschloss, uns eine Hilfe von 3 Millionen Yen zu geben. Dank dieser Unterstützung konnten wir Dolmetscher anstellen, um die Ausländer beraten zu können, die uns anriefen", sagt der AMDA-Direktor Kobayashi Yoneyuki.

Japan hat eine gute Gesundheitsversorgung

Japans Gesundheitssystem hat einen guten Ruf. Das Land hat bekanntlich eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt. Die Zahl der COVID-19 -Infektionen und Todesfälle war in Japan viel niedriger als in vielen anderen Indistriestaaten.

Am Tokyo Medical and Dental University Hospital bestand eine der wichtigsten Maßnahmen darin, eine eigene separate Abteilung für die Behandlung von COVID-19-Patienten, einschließlich Ausländern, einzurichten. Der Direktor der Abteilung "International Health Care" Okada Takuya:

"In unserem Krankenhaus sprechen viele Mitarbeiter fließend Englisch. Wenn der Patient das nicht versteht, setzen wir Tablets mit einem Übersetzungssystem ein. Patienten, egal, ob sie Covid-19 oder andere Krankheiten haben, fühlen sich wirklich einsam. Wir geben auch psychologische Unterstützung."

Hilfe bei der Jobsuche

Neben der Gesundheitskrise war 2020 ein schwieriges Jahr für die Weltwirtschaft. Gowell Town in Tokio ist ein Cafe, das von einer Personalagentur betrieben wird, die ausländische Arbeitssuchende mit japanischen Arbeitgebern zusammenbringt. Der US-Amerikaner Levi Brunner berichtet von seinen Erfahrungen:

"Mein Visum lief im Juli aus. Ich machte mir Sorgen, was passiert, wenn ich keine Arbeit finde. Sie haben mir sehr bei der Jobsuche geholfen, den ganzen Papierkram auszufüllen, den Prozess zu verstehen. Und dann kam ich in Kontakt mit einer Person, die für die Stadt Yugawara im Tourismusbereich arbeitet, und am Ende wurde ich dort angestellt."

Studenten werden umfassend betreut

2020 war auch ein ungewöhnliches Jahr für ausländische Studenten, mit Online-Kursen und sozialen Einschränkungen. Sie fanden an allen japanischen Universitäten finanzielle und moralische Unterstützung.

Die TUFS-Studentin Mariam Sessi erzählt: "Die Schule hat sich immer wieder nach uns erkundigt...ab und zu schickte sie uns ein Google-Formular, das wir ausfüllen sollten, wie es uns geht, wie wir uns im Unterricht gemacht haben, - ob es irgendetwas gibt, bei dem sie helfen können."

Und Denis Iliushenkov, ebenfalls an der TUFS, sagt: "Ich erhielt ein Stipendium der japanischen Regierung. Ich gehörte zu den internationalen und japanischen Studenten, die sich um Unterstützung beworben und sie bekommen haben."

Japan war zwar nicht im gleichen Ausmaß von der Coronakrise betroffen wie andere Länder: Nichtsdestotrotz versuchte man, Ausländer in dieser außergewöhnlichen Zeit bestmöglich zu unterstützen.