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Bald weniger Einnahmen für britische Universitäten?

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Bald weniger Einnahmen für britische Universitäten?
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Trotz Kritik von vielen Seiten hält die britische Regierung daran fest, dem europäischen Austauschprogramm für Studenten, Erasmus, auszusteigen.

Sie will ihren Studierenden einen Ersatz bieten, der besser für die jungen Briten und kostengünstiger für das Land sei, wie sie sagt. Doch dieser berücksichtigt nicht, wie Studenten aus der Europäischen Union ein Auslandsjahr in Großbritannien absolvieren können.

EU-Chefunterhändler Michel Barnier stellt jüngst auf Nachfrage noch mal klar: "Zur Mobilität der Bürger, die nicht mehr so sein wird wie bisher - noch einmal: es ist die Entscheidung der britischen Regierung."

Mit Erasmus können fast 300.000 junge Menschen für einen Zeitraum von 3 Monaten bis zu einem akademischen Jahr in einem anderen Land leben und studieren. Mit Beginn des nächsten Jahres werden britische Studenten keinen Zugang mehr zu dem 30 Milliarden Euro pro Jahr teuren Erasmus-Austauschprogramm haben.

In das neue Programm namens Turing will die britische Regierung 110 Millionen Euro jährlich investieren. Das sind umgerechnet rund 86 Millionen Euro weniger, als die Briten die Mitgliedschaft im Erasmus-Programm gekostet hat.

Zu teuer? Großbritannien hat mit Erasmus jedes Jahr 243 Millionen Pfund verdient

Allerdings rechtet der Hochschulverband Universities UK International vor, dass Großbritannien durch seine Mitgliedschaft in dem Austauschprogramm erherbliche Einnahmen erzielt hat.

Im 2018 waren es 243 Millionen Pfund - nach Abzug der Kosten für die Mitgliedschaft von den Einkünften durch EU-Studierende von 420 Millionen Pfund, wie der „Guardian“ berichtete.

Im dem britischen Turing-Programm werden jährlich 35.000 Studenten ins Ausland gehen können.

Vivienne Ster, Direktorin des Hochschulverbands Universities UK International: "Angesichts der aktuellen Umstände und des finanziellen Drucks auf die Regierung war es nicht selbstverständlich, dass die britische Regierung ein großzügig finanziertes Programm zur Unterstützung des Studentenaustauschs auflegen würde. Die Botschaft ist also: Seht her, wir haben nicht bekommen, was wir wollten, aber das hier ist nicht schlecht. Wir werden das Beste aus dem Turing-Programm machen, und ich denke, das Wichtigste ist, dass wir weiterhin Studenten auszutauschen können."

Studenten aus Nordirland werden durch eine Sondervereinbarung mit Irland weiterhin Zugang zu Erasmus haben. Schottland und Wales würden gerne bleiben, sie sind verärgert über den britischen Ausstieg aus dem Pogramm.

Experten warnen, dass Großbritannien einen deutlichen Rückgang ausländischer Studenten sehen wird. Paul James Cantwell, Professor für Rechtswissenschaften an der University of Strathclyde, Glasgow: "Der Finanzierungsmechanismus unter Erasmus wird für europäische Studenten nicht zur Verfügung stehen. Wenn es also keine andere Möglichkeit der Finanzierung gibt, durch nationale Regierungen oder Regionen, dann könnte es in Zukunft ziemlich schwierig werden, Studenten davon zu überzeugen, an britischen Universitäten zu studieren."

Der Studentenaustausch ist eine der stolzesten Errungenschaften der Europäischen Union und schließt über 30 Jahre nach seiner Gründung inzwischen auch viele Länder außerhalb der EU ein - nur Großbritannien nicht mehr...

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