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Präsidentschaftswahl in Portugal: Rückenwind für Rechtspopulisten?

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Präsidentschaftswahl in Portugal: Rückenwind für Rechtspopulisten?
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Mitten in der Covidkrise wählen an diesem Sonntag die Menschen in Portugal einen neuen Präsidenten. Um die Kontakte zu verringern, konnten viele Wählerinnen und Wähler bereits vorab ihre Stimme abgeben.

Mit einer Überraschung wird nicht gerechnet: Die Meinungsumfragen sagen alle eine Wiederwahl des Amtsinhabers Marcelo Rebelo de Sousa in der ersten Runde voraus. Demnach kann der konservative Politiker auf 70 Prozent der Stimmen hoffen.

Die Wahl ist jedoch nicht frei von Gefahren.

Da de Sousas Wiederwahl als sicher gilt und die Menschen Angst haben, sich anzustecken, könnten viele den Wahlurnen fernbleiben. Davon könnte der Rechtspopulist André Ventura profitieren. Er hofft auf Platz zwei. Lange Zeit gab es in Portugal keine rechte Partei. Doch seit einigen Jahren ist das anders. Wegen Ventura.

Dieser nennt den Kampf gegen Korruption sein zentrales Anliegen. Ein sensibles Thema in Portugal. In den vergangenen Jahren hat die portugiesische Justiz eine Reihe von hochkarätigen Korruptionsfällen in Politik und Wirtschaft aufgedeckt.

Der ehemalige sozialistische Premierminister José Sócrates wurde im November 2014 wegen schwerem Korruptionsverdacht festgenommen. Doch auf die Anklage wartet das Land bis heute. Das öffnet bei Teilen der Bevölkerung die Tür zu einem allgemeinen Misstrauen gegenüber Justiz und Politik. Und davon will Ventura profitieren.