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Über München eingeschleppt: Wie kam die Südafrika-Mutante nach Tirol?

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Von Euronews
Am Flughafen München im Dezember 2020
Am Flughafen München im Dezember 2020   -   Copyright  Matthias Schrader/Copyright 2019 The Associated Press. All rights reserved
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In Österreich gibt es derzeit laut Behörden 580 bestätigte Fälle der britischen Coronavirus-Variante B1.1.7, die meisten davon in Wien, aber auch in den anderen Bundesländern. Bei der südafrikanischen Variante B.1.351 wurden 171 Fälle nachgewiesen, 167 davon im Bundesland Tirol und drei in Wien.

Auf der Suche nach Ausbruch der Variante in Tiro haben die Gesundheitsbehörden eine Person im Bezirk Schwaz ausfindig gemacht, die am 23. Dezember 2020 positiv getestet wurde. Im Laufe der Sequenzierungen im Januar wurde in der Probe dieser Person die südafrikanische Variante gefunden.

Wie die Länder Tirol und Niederösterreich jetzt in einer Mitteilung erklären, hatte die Person aus Schwaz am 10. Dezember 2020 Besuch von jemandem, der oder die in Tirol geboren ist und nach Niederösterreich ziehen wollte. Die Person soll sich zuvor fünf Wochen lang beruflich in Südafrika aufgehalten haben. Sie ist offenbar zuvor - aber ebenfalls am 10. Dezember - am Flughafen München angekommen.

Flug aus Südafrika mit FFP2-Maske

Auf dem Flug aus Südafrika hat die Person elf Stunden lang mit einem freien Sitzplatz zwischen den beiden mit einem Arbeitskollegen zusammen gesessen, wie die beiden Reisenden den österreichischen Behörden sagten. Beide haben ihren Aussagen zufolge FFP2-Masken getragen. Der Sitznachbar wurde am Flughafen München positiv auf das Coronavirus getestet, bei der Person, die dann nach Österreich reiste, war der in Tirol durchgeführte Test negativ.

Erst am 14. Dezember - nachdem die Person in Schwaz zu Besuch, nach NIederösterreich weitergereist war und sie unter Fieber litt - war ein weiterer Test positiv. Es lässt sich nicht mehr nachprüfen, ob die Person wirklich mit der Südafrika-Variante B.1.351 infiziert war, da die Probe nicht mehr vorliegt.

Der Bezirkshauptmann von Schwaz Michael Brandl erklärte: "Unser intensiviertes Contact Tracing und der erweiterte Zeitraum der Quellensuche haben zu dieser Spur geführt. Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der zuständigen Gesundheitsbehörde in Niederösterreich ist vorbildlich. Wichtig ist uns, zu betonen, dass es bei den Erhebungen nicht darum geht, einen `Schuldigen´ zu suchen. Es geht einzig und allein darum, mögliche Infektionsketten bestmöglich nachzuvollziehen und allen Hinweisen nachzugehen, damit sich die ansteckenderen Mutationen nicht weiter ausbreiten können."

Das Bundesland Tirol darf zur Zeit innerhalb Österreichs nur mit einem negativen Testergebnis verlassen werden. Deutschland hat Tirol zum Virusvariantengebiet erklärt und lässt so gut wie keine Einreisen mehr zu.