Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Haarschnitt erlaubt, aber Bundesregierung warnt vor Lockerungseuphorie

euronews_icons_loading
Friseurin Simone Gurzinski bei der Arbeit
Friseurin Simone Gurzinski bei der Arbeit   -   Copyright  TOBIAS SCHWARZ/AFP or licensors
Schriftgrösse Aa Aa

Im Berliner Friseurladen „Haargenau & Schnittig“ unweit des Brandenburger Tores wirbelt Simone Gurzinski wieder mit Schere und Rasierapparat. Deutschland darf sich wieder die Haare schneiden lassen. Die elfwöchige Schließung sei für viele der 80.000 Salons in Deutschland existenzbedrohend, hatte der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks gewarnt. Jetzt sind die Auftragsbücher erst einmal gut gefüllt.

„Die erste Kundin stand schon vor der Tür sozusagen, als ich kam, und freute sich riesig, dass sie endlich wieder ihre Haare geschnitten bekam“, so Gurzinski.

Von Lockerungseuphorie will die Bundesregierung aber nichts wissen und verweist auf steigende Ansteckungszahlen.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert erläutert: „Also heißt es, mit den Hoffnungen umsichtig umzugehen, so zu handeln, dass wir das Erreichte nicht wieder zunichtemachen, sondern so, dass es wirklich möglich wird, gesicherte Schritte zur Öffnung und Lockerung zu machen, ohne dass man sie später wieder zurücknehmen muss.“

Der Verlust von Impfgeschwindigkeit ist die Verzögerung von Freiheit
Markus Söder
Bayerischer Ministerpräsident

Wann weiter gelockert wird, hängt laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vor allem vom Impffortschritt ab. Es könnte schneller gehen, meint er. „Auf europäischer Ebene ist es ja so, dass im Endeffekt alles zugelassen wird, was woanders auch zugelassen wird, nur viel später“, sagt Söder. „Also, ich bin sehr für das sichere Verfahren, aber wenn das Ergebnis immer das gleiche ist, bloß wir in Europa viel später dran sind, dann verlieren wir Impfgeschwindigkeit. Und der Verlust von Impfgeschwindigkeit ist die Verzögerung von Freiheit“, so der bayerische Ministerpräsident.

Bisher hat die Europäische Kommission drei Impfstoffe zugelassen, weitere Kandidaten sind unter anderem das russische Mittel Sputnik sowie der belgisch-amerikanische Impfstoff der Unternehmen Janssen sowie Johnson & Johnson.