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Bitcoin - Spekulation mit einem Klimakiller

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Bitcoin - Spekulation mit einem Klimakiller
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Nach dem Sprung der Digitalwährung Bitcoin über die 60.000 Dollar-Marke am Wochenende warnen Verbraucherschützer vor „Spekulation“. Die Stiftung Warentest: „Kryptowährungen sind hochriskant. Totalverlust ist möglich.“ Nur eines ist sicher: Ihr enormer Energieverbrauch – „die Bitcoin-CO 2-Emissionen könnten die Erde in weniger als drei Jahrzehnten über 2 ° C erwärmen,“ warnen Fachleute („nature“).

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Bitcoin-Experte Alex de Vries, "Joule00083-0?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS2542435121000830%3Fshowall%3Dtrue)":

“Schätzungen zeigen, dass der rekordverdächtige Anstieg des Bitcoin-Preises zu Beginn des Jahres 2021 dazu führen könnte, dass das Netzwerk so viel Energie wie alle Rechenzentren weltweit verbraucht und der damit verbundene CO2-Fußabdruck so groß wird wie der von London.”

Die Digitalwährung ist seit Herbst vergangenen Jahres – mit kleineren Rücksetzern – auf Höhenflug. Ende September hatte ein Bitcoin gerade mal 10.000 Dollar gekostet.

Bitcoin wird von keiner Notenbank gemanagt, auch die energiefressende Neuproduktion („Mining“) in Rechenzentren nicht.

Multimilliardär und Philantrop Bill Gates macht sich Sorgen wegen Bitcoin.

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“Bitcoin verbraucht mehr Strom pro Transaktion als jede andere der Menschheit bekannte Methode”, so Bill Gates zu „Dealbook“, einem Newsletter der New York Times. "Für das Klima keine großartige Sache."

ERDERWÄRMUNG

Bitcoin-Emissionen allein könnten die globale Erwärmung über 2 ° C treiben, warnen Experten. Ein Autorenteam in der Zeitschrift "nature":

"Bitcoin ist eine stromhungrige Kryptowährung, die mehr und mehr als Investment und Zahlungssystem genutzt wird. Wir meinen, dass die projizierte Nutzung von Bitcoin, sollte sie der Akzeptanzrate anderer weit verbreiteter Technologien folgen, allein genug CO 2 -Emissionen erzeugen könnte, um die Erwärmung innerhalb von weniger als drei Jahrzehnten über 2 ° C hochzutreiben.“

Auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 hatten mehr als 100 Staatschefs und Regierungsmitglieder das "Übereinkommen von Paris" beschlossen. Es sieht die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C im Vergleich zu vorindustriellen Levels vor.

Währungsexperten wie Timo Emden („Emden Research“) bringen den Bitcoin-Boom in Zusammenhang mit der Geldpolitik der Notenbanken: Deren Geldschwemme treibe immer mehr Investoren in alternative Anlagen. Seine (kryptische) Vorhersage: "Ein Großteil der Kryptowährungen wird einen stillen Tod erleiden."

su mit dpa