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Krankenhäuser in Mittel- und Osteuropa kurz vor dem Kollaps

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Krankenhäuser in Mittel- und Osteuropa kurz vor dem Kollaps
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Die Pandemie-Situation auf dem Balkan und in Mitteleuropa sei besonders besorgniserregend, teilte das Europabüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einer Pressekonferenz mit.

"In Mitteleuropa, auf dem Balkan und in den baltischen Staaten gehören die Fallzahlen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle inzwischen zu den höchsten der Welt", sagte Dr. Hans Kluge, WHO-Direktor für die Region Europa.

Ungarn steckt mitten in der 3. Welle

Ungarn steckt mit Rekord-Infektions- und Todeszahlen mitten in der 3. Coronavirus-Welle. 207 ältere Menschen sind in den vergangenen 24 Stunden gestorben, 6.502 neue Infektionen wurden registriert.

Auf den Intensivstationen werden derzeit mehr als 1.000 Covid-Patentinnen und Patienten beatmet. Insgesamt wurden in Ungarn 1.441.706 Menschen geimpft, von denen 421.915 eine zweite Impfung erhalten haben.

Tschechien versucht mit Verlegungen alle Patient:innen unterzubringen

In Tschechien steht das Gesundheitssystem kurz vor dem Zusammenburch. Die Krankenhäuser im ganzen Land sind mit Covid-Fällen ausgelastet. Mit Verlegungen versucht das Land die Kapazitäten an verfügbaren Intensivbetten auszuschöpfen.

Am Donnerstag transportierten Mitarbeiter des Gesundheitswesens neun Patienten aus dem städtischen Krankenhaus in Ceska Lipa in eine Einrichtung in Semily. Bis Donnerstag meldete die Tschechische Republik 24.117 Todesfälle durch Covid-19.

Im Belgrader Krankenhaus rund 90 Aufnahmen täglich

Die Krankenhäuser in Serbien sind fast vollständig ausgelastet. In den vergangenen zwei Wochen hat das Covid-Krankenhaus von Batajnica in Belgrad täglich rund 90 Covid-Patient:innen afgenommen.

Der Anästhesist Dejan Markovic, Leiter der Intensivstation in Batajnica, weist darauf hin, dass es im Dezember, als die Covid-Krankenhäuser ihre Arbeit aufnahmen, ein schwieriger Moment war und sie in kurzer Zeit eine große Anzahl von Patient:innen hatten, aber die Zahl war nur halb so hoch wie heute.

Im dem Land mit knapp sieben Millionen Einwohnern sind insgesamt fast 5.000 Menschen an Covid-19 gestorben.

10-tägiger strenger Lockdown in Bulgarien

Im Kampf gegen den Anstieg der Infektionszahlen hat die Regierung in Bulgarien einen 10-tägigen kompletten Lockdown beschlossen, Schulen, Restaurants und Einkaufszentren müssen schließen.

Trotz schnell steigender Coronazahlen gehörte auch Bulgarien zu den Ländern, die einen Impfstopp für den Wirkstoff von AstraZeneca angeordnet hatten. Das Balkanland impft derzeit mit Produkten von Biontech-Pfizer und Moderna.

Frankreich verschärft die Maßnahmen, Paris im Lockdown

Die Corona-Zahlen in Teilen Frankreichs klettern wieder rasant in die Höhe. 16 Regionen, darunter auch der Großraum Paris, gehen in den Lockdown. Ab Samstag müssen dort alle Geschäfte des nicht täglichen Bedarfs schließen. Die Regelungen sollen zunächst für vier Wochen gelten, sagte Frankreichs Premierminister Jean Castex. Etwa 20 Millionen der insgesamt 67 Millionen Landesbewohner sind von den härteren Maßnahmen betroffen.

Die nächtliche Ausgangssperre in ganz Frankreich wurde verschoben und gilt jetzt von sieben bis 19 Uhr.

In Spanien breitet sich die britische Variante aus

Die Pandemiesituation in Spanien hat sich ein wenig stabilisiert, 6.216 Neuinfektionen und 117 Todesfälle wurden zuletzt gemeldet. Die WHO hat Spanien aufgefordert die Einhaltung der Pandemiemaßnahmen zu kontrollieren und vor der Ausbreitung von Virusvarianten, vor allem der britischen, gewarnt.