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"Wir werden angespuckt": Protest gegen anti-asiatischen Rassismus

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Demo in New York
Demo in New York   -   Copyright  ANGELA WEISS/AFP or licensors
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Hunderte Menschen versammelten sich am Samstag in New York, um gegen antiasiatischen Rassismus in den USA zu demonstrieren.

Auslöser der jüngsten Prostwelle ist die Attacke eines 21-Jährigen Mitte März auf mehrere Massagesalons in Atlanta, bei der acht Menschen erschossen wurden, darunter sechs Frauen asiatischer Herkunft.

Das Attentat hat die Debatte über zunehmenden Hass gegenüber asiatischstämmigen Amerikanern neu angeheizt.

"Sie denken, dass wir das Virus haben"

"Jeder Mensch mit asiatischen Wurzeln war schon einmal Opfer von Gewalt, Belästigungen oder Übergriffen", erklärt eine Demonstrantin. "Wir werden angespuckt, angeschrien, wir werden angestarrt. Die Leute gehen weg, wenn sie uns sehen.

Sie denken, dass wir das Virus haben. Dabei kann das Virus ebenso mich treffen wie Sie oder irgendjemand anderen."

Die Organisatoren des Aktionstages hielten Kundgebungen in rund 60 US-Städten ab, darunter San Francisco, Los Angeles, Chicago, Detroit und Portland.

Donald Trump und das "China-Virus"

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Diskriminierung von Asiaten und die Zahl rassistische motivierter Übergriffe dramatisch zugenommen.

Für die Hasswelle machen Betroffene auch die Wortwahl des ehemaligen Präsidenten Donald Trump verantwortlich, der Sars-CoV-2 als China-Virus bezeichnete - und damit rassistische Ressentiments anheizte.

Bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus zu dem Thema beklagten Parlamentarier, darunter mehrere asiatischstämmige Politiker, dass Hass gegenüber Amerikanern mit asiatischer Herkunft in der Corona-Pandemie dramatisch zugenommen habe.

Fast 3800 Fälle von Hasskriminalität

Innerhalb von einem Jahr seien fast 3800 Fälle solcher Hasskriminalität gemeldet worden, berichtete etwa die Abgeordnete Judy Chu. Verbale Attacken seien zunehmend zu physischer Gewalt eskaliert. Asiatischstämmige Amerikaner hätten große Angst. Der Hass sei geschürt durch Desinformation und Stigmatisierung von höchster Stelle, rügte sie.

Auch US-Präsident Joe Biden hatte sich besorgt über zunehmenden Gewalt gegenüber asiatischstämmigen Amerikanern geäußert.