Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Klein aber schnell: Bhutan impft 93% der Bürger:innen in 16 Tagen

Bhutans Covid-19-Impfaktion war von Anfang an schnell
Bhutans Covid-19-Impfaktion war von Anfang an schnell   -   Copyright  Manish Swarup/2008 AP
Schriftgrösse Aa Aa

Die Covid-19-Impfkurve in Bhutan ist vom ersten Tag an nach oben geschossen und übertrifft Israel, die USA, Bahrain und andere Länder, die dafür bekannt sind, die schnellsten beim Impfen zu sein.

Kein Wunder, könnte man jetzt sagen - das winzige Himalaya-Königreich, das zwischen Indien und China eingekeilt liegt, hat nur rund 800.000 Einwohner:innen. Dennnoch scheint die logistische Leistung bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Impfkampagne in Bhutan nach 16 Tagen fast abgeschlossen ist.

Bhutan impft mit AstraZeneca

Seit dem 27. März sind fast 93 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Bhutan geimpft. Insgesamt hat das Land 62 Prozent seiner 800.000 Einwohner:innen geimpft. Länder wie Israel oder Bahrain haben Monate gebraucht, um dorthin zu kommen und haben ihre Impfkampagnen angesichts der steigenden Coronavirus-Fälle mühsam verstärkt.

Mit der schnellen Impfung liegt die winzige Nation Bhutan nur knapp hinter den Seychellen, die 66 Prozent ihrer Bevölkerung von fast 100.000 Menschen geimpft haben.

Bei dem Impferfolg hat sicher die geringe Bevölkerungszahl geholfen, aber er wird auch den engagierten freiwilligen Bürger:innen und den etablierten Kühlkettenlagern zugeschrieben, die bei früheren Impfkampagnen bereits verwendet wurden.

Impfstart wegen buddhistischer Astrologie erst Ende März gestartet

Bhutan erhielt die ersten 150.000 Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs aus dem benachbarten Indien im Januar, aber die Impfungen wurden erst ab Ende März verteilt, um mit günstigen Daten in der buddhistischen Astrologie zusammenzufallen.

Die erste Dosis wurde einer im Jahr des Affen geborenen Frau verabreicht, begleitet von buddhistischen Gebetsgesängen.

"Möge dieser kleine Schritt von mir heute uns allen helfen, diese Krankheit zu überstehen", wurde die Empfängerin, die 30-jährige Ninda Dema, von einer lokalen Zeitung zitiert.

Dr. Pandup Tshering, Sekretär des Gesundheitsministeriums, sagte, dass diejenigen, die sich während des Kampagnenzeitraums nicht impfen lassen konnten, noch geimpft werden und dass das Land über genügend Impfdosen verfügt, um die gesamte Bevölkerung abzudecken.

Bhutan hat bisher 910 Infektionen mit dem Coronavirus und einen Covid-19-Todesfall verzeichnet. Es gibt eine obligatorische 21-tägige Quarantäne für alle Menschen, die ins Land kommen. Alle Schulen und Bildungseinrichtungen sind geöffnet und werden auf die Einhaltung der Covid-19-Bestimmungen hin überwacht, so der Sekretär des Gesundheitsministeriums, Tshering.

Bhutan ist das letzte verbliebene buddhistische Königreich im Himalaya. Das Land hat sich von einer absoluten Monarchie zu einer demokratischen, konstitutionellen Monarchie gewandelt.