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Bauernverband funkt "SOS": Covid bremst Erntehelfer

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Von su mit dpa
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Coldiretti, der wichtigste Bauernverband in Italien funkt SOS: Er hat einige Charterflüge organisiert, damit Saisonarbeiter aus Marokko kommen können – Rabat hat wegen Covid alle ausgehenden Flüge nach Italien blockiert. Der Verband fordert von der Regierung ein neues Dekret zur Quote zulässiger Migranten, Ende April ablaufende Aufenthaltsgenehmigungen sollten verlängert und Tausende Arbeit suchende Italiener ausgebildet werden. Sonst könnten fast 50.000 Saisonkräfte fehlen. Würden die Aufenthaltsgenehmigungen nicht verlängert, könnten mehr als 30.000 Landarbeiter gezwungen sein, in ihre Länder zurückzukehren – ausgerechnet zu Beginn der Ernte von Obst und Gemüse.

Zwei Erntearbeiter in Mittelitalien:

Frage: “Seit wann kommen Sie nach Italien, hier in die Abruzzen?”

Antwort: “So seit 12 Jahren”

Frage: "Und wie lange bleiben Sie?"

Antwort: “Bis Oktober”.

300.000 ERNTE-TOURISTEN

Der Einsatz ausländischer Saisonkräfte in Europa wird in Pandemiezeiten immer komplizierter – in Deutschland war schon im Zuge des ersten Corona-Lockdowns vor einem Jahr ein Teil der Spargelernte ausgefallen, da Erntehelfer, etwa aus Polen und Rumänien, zum Teil nicht einreisen konnten. Zur Spargel- und Erdbeerernte kommen dieses Jahr zum ersten Mal Helfer aus Georgien („dpa“), dank einer Vereinbarung der Bundesagentur für Arbeit mit der früheren Sowjetrepublik. Bis zu 5.000 Arbeiter aus der ehemaligen Sowjetrepublik sollen in den nächsten Wochen auf Feldern vor allem in Baden-Württemberg und Brandenburg eingesetzt werden, so die Bundesagentur für Arbeit. In „normalen Jahren“ kamen allein auf deutsche Felder rund 300.000 Erntetouristen, um Obst, Gemüse oder Wein zu ernten.

Beworben hatten sich mehr als 80.000 Georgier, gut zwei Prozent der Bevölkerung. Sie könnten zur Not aber auch die andere Richtung einschlagen: Auch der russischen Landwirtschaft fehlen in diesem Jahr pandemiebedingt akut ausländische Erntehelfer (Moskauer Tageszeitung «Izvestija»). Das Landwirtschaftsministerium schätzt den aktuellen Bedarf auf gut 42.000 Personen.

su mit dpa