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In der 3. Welle: "angespannte Situation" auf deutschen Intensivstationen

Von Kate Brady
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In der 3. Welle: "angespannte Situation" auf deutschen Intensivstationen
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Der Bundesrat hat die sogenannte Bundesnotbremse verabschiedet. Im Rahmen der Gesetzesänderung sind die Bundesländer verpflichtet, strengere Maßnahmen umzusetzen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 100 überschreitet. Der Kurswechsel der Bundesregierung erfolgt, weil die täglichen COVID-19-Fälle in Deutschland weiter zunehmen und die Intensivstationen an ihre Grenzen stoßen. Kate Brady berichtet aus Berlin.

Besuch auf der Intensivstation der Caritas-Klinik in Berlin-Pankow. Die Personaldecke ist dünn, die MitarbeiterInnen längst an der Belastungsgrenze. So sieht es aus in vielen deutschen Krankenhäusern nach einem Jahr Pandemie, auch für Intensivmediziner Dr. Tobias Klöpper und sein Team, er ist Leitender Oberarzt:

“Es ist wirklich so, dass man die ganze Zeit denkt: Mensch, es sind noch vielleicht ein paar Wochen, es sind noch ein paar mehr Wochen, es sind noch ein paar mehr Wochen. Und man hält dieses Anspannungslevel aufrecht. Und man denkt, Mensch da ist was in Sichtweite, ein Ziel, es wird vielleicht wieder besser. Und dann ist es das, was wir wirklich aus diesem Jahr gelernt haben: Nein, so schnell ist das doch nicht alles vorbei. Und das ist ein bisschen die Herausforderung mit dieser dauerhaften Belastung so umzugehen, die wir eigentlich gar nicht so erwartet hatten.“

Herausforderung Personalmangel

Auf seiner Station ist derzeit die Hälfte aller Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Der Mangel an Personal ist hier und anderswo die größte Herausforderung.

“Was man auch immer sieht sind diese Bauchlagerungstherapien, die den Leuten doch gut helfen können. Dafür brauchen Sie unglaublich unglaublich viel Personal. Wenn man die Leute dreht, das ist nicht so einfach mit allen medizinischen Dingen, die dazugehören. Und Sie dürfen auch nicht vergessen, nebenbei müssen wir alle andere Patienten ja auch noch behandeln, " so der Mediziner.

"Hinter jedem Patienten eine Familie"

Die steigende Zahl von Intensivpatienten bedeutet auch, dass viele Kliniken den Regelbetrieb erneut einschränken müssen.

"Die dritte Welle hat auch neue Herausforderungen mitgebracht, nämlich eine dramatische Verjüngung der COVID-Intensivpatienten. Die meisten sind jetzt zwischen nur 40 und 60 Jahre alt. Bei jüngeren Patienten steigt auch die Liegezeit auf der Intensivstation – und erhöht damit die Dauerbelastung auf die Kliniken. Die jüngste COVID-Patient auf dieser Intensivstation ist nur 33 Jahre alt", so der Bericht der euronews-Korrespondentin Kate Brady. Und Tobias Klöpper ergänzt:

"Ich kann nur sagen, hier für die Arbeit, die wir sehen, ist es und bleibt eine angespannte Situation. Die Einzelschicksale bleiben dramatisch. Jeder einzelne Patient, der hier liegt, da steht eine Familie, stehen Angehörige dahinter, das steht ein Mensch dahinter. Jeder Einzelne, der hier liegt, um den geht es am Ende."