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Schwerste Raketenangriffe auf Tel Aviv seit Beginn des Nahostkonflikts

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Von Euronews mit dpa, afp
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Schwerste Raketenangriffe auf Tel Aviv seit Beginn des Nahostkonflikts
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Die wochenlangen Spannungen zwischen Palästinensern und Israel im umkämpften Jerusalem scheinen sich zu einem Krieg auszuweiten. Die israelische Metropole stand die Nacht zum Mittwoch über unter massivem Beschuss. Israels Armee antwortete mit den schwersten Luftschlägen seit 2014.

Bei den bisher schwersten Raketenangriffen auf Israels Küstenmetropole Tel Aviv seit Beginn des Nahostkonflikts sind mindestens drei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Rettungsorganisation Zaka starb am Dienstagabend eine Frau in der Stadt Rischon Lezion bei einem direkten Einschlag. Wie die Polizei am Mittwochmorgen mitteilte, wurden dann in Lod bei Tel Aviv ein Mann und eine Teenagerin getötet.

Auch in der Wüstenstadt Beerscheva im Süden des Landes sowie in der Küstenstadt Aschkelon gab es Raketenalarm.

Israels Luftwaffe reagierte nach eigenen Angaben mit dem umfangreichsten Bombardement des Gazastreifens seit dem Gaza-Krieg von 2014. Palästinensische Quellen sprachen von Dutzenden Toten in dem abgeschotteten Küstengebiet. Ein Sprecher des von der islamistischen Hamas geführten Innenministeriums teilte mit, alle Polizeigebäude im Gazastreifen seien bei israelischen Luftangriffen zerstört worden.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rief den Notstand aus und warnte vor weiteren Angriffen. "Die Hamas und der Islamische Dschihad werden dafür bezahlen, sie werden einen hohen Preis zahlen", so Netanjahu. Der UN-Sicherheitsrat will erneut zusammenkommen und über die Situation beraten.

Wenn sie ihre Hand über Jerusalem zurückziehen, sind wir bereit.
Chef der radikalislamischen Hamas, Ismail Haniyeh

Der Raketenbeschuss war so stark, dass Israels Raketenabwehrsystem nach Berichten zeitweise überfordert schien. Der Chef der radikalislamischen HamasIsmail Haniyeh sagte, die Islamisten seien bereit für weitere Gefechte. "Wenn Israel weiter eskalieren will, sind wir bereit, und wenn es aufhören will, sind wir auch bereit - wenn sie ihre Hand über Jerusalem zurückziehen, sind wir bereit", so Haniyeh.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza stieg die Zahl der getöteten Palästinenser auf 35, darunter zwölf Kinder und drei Frauen. 233 Menschen seien verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Armee wurden mindestens 20 Mitglieder der islamistischen Hamas und des militanten Islamischen Dschihads getötet, darunter hochrangige Vertreter.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat sich seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte April zugespitzt. In den vergangenen Tagen hatte es zunächst vor allem in Jerusalem heftige Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gegeben. Auslöser waren unter anderem Polizei-Absperrungen in der Altstadt sowie drohende Zwangsräumungen von palästinensischen Familien im Viertel Scheich Dscharrah.