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Massengräber der "Zombie-Nerze": 4 Mio. tote Tiere bis zum Sommer verbrannt

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Von Kirsten Ripper mit DK via EBU, AP
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Nerze in Dänemark - ARCHIV
Nerze in Dänemark - ARCHIV   -   Copyright  Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix
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Mehr als 4 Millionen Nerze, die in Jütland in Massengräbern verscharrt wurden, werden wieder ausgegraben und verbrannt. Mitte Juli soll die Operation abgeschlossen sein.

Insgesamt etwa 15 Millionen Nerze waren im November 2020 gekeult worden, nachdem zahlreiche Zuchttiere auf Nerzfarmen mit dem Coronavirus infiziert waren. Ministerpräsidentin Mette Federiksen fürchtete, dass mutierte Viren die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen Covid-19 beeinträchtigen könnten.

Ein junger Mann, der in der Nähe von Nørre Felding lebt und die Grabungsarbeiten mit seiner kleinen Tochter beobachtet, ist erleichtert darüber, dass die toten Tiere abtransportiert werden. "Es ist gut, dass sie ihren Fehler jetzt zugeben", sagt Karsten Dahl Schmidt.

Screenshot DK via EBU
Karsten Dahl Schmidt mit seiner TochterScreenshot DK via EBU

Auch die Behörden fürchten mittlerweile, dass das Grundwasser durch die toten Tiere verseucht werden könnte.

Schon vor Monaten hatten die vergrabenen Nerze bei ihrer Zersetzung Gase freigesetzt und waren an der Erdoberfläche aufgetaucht. Deswegen war von "Zombie-Mutanten" die Rede.

13.000 Tonnen Nerze werden bis zum Sommer verbrannt

Insgesamt 13.000 Tonnen Nerze kommen in die Verbrennungsanlage in Maabjerg - in der Strom für die Region Holstebro gewonnen wird.

Der Vorgänger von Landwirtschaftsminister Rasmus Prehn war nach dem Ende der Nerzzucht in Dänemark zurückgetreten.

Rasmus Prehn zeigt sich optimistisch, dass sich die Lage bald wieder beruhigt. Er sagt vor Ort in der Region Holstebro:"Es gab viel Unzufriedenheit und viel Unsicherheit, jetzt muss es wie geplant funktionieren - und danach sieht es aus."

Massengräber beim Badesee

Für Ärger hatte gesorgt, dass die Massengräber in der Nähe eines Badesees liegen. Der Boutrup See ist ein Naherholungszentrum, hier gibt es auch Hirsche und Biber zu beobachten.

Screenshot DK via EBU
Der Boutrup SeeScreenshot DK via EBU

Das Wiederausgraben und Verbrennen der Nerze, die teilweise mit Covid-19 infiziert waren, soll etwa 20 Millionen Euro kosten.

EU beteiligt sich an Entschädigung der Nerzzüchter in Dänemark

Nach dem Verbot der Nerzzucht in Dänemark bis 2022 beteiligt sich die EU-Kommission mit rund 1,74 Mrd. EUR (13 Mrd. DKK) an den Hilfen für die Branche.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin der EU-Kommission Margrethe Vestager erklärte laut einer Pressemitteilung vom 7. April 2021: "Die dänische Regierung hat umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Verbreitung neuer Coronavirus-Varianten und neue Ausbrüche zu verhindern, die eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der Menschen in Dänemark und darüber hinaus darstellten. Die heute genehmigte Regelung im Umfang von 13 Mrd. DKK wird es Dänemark ermöglichen, Nerzzüchter und andere Betriebe der Nerzbranche für Einbußen zu entschädigen, die ihnen in diesem Zusammenhang entstanden sind. Wir arbeiten weiterhin eng mit den Mitgliedstaaten zusammen, damit nationale Unterstützungsmaßnahmen im Einklang mit den EU-Vorschriften so schnell und wirksam wie möglich eingeführt werden können.“