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Dunkle Briefmarke weniger wert: Rassismusvorwurf gegen spanische Post

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Von euronews
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Dunkle Briefmarke weniger wert: Rassismusvorwurf gegen spanische Post
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Die spanische Post wollte ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und für Gleichberechtigung und Vielfalt setzen: Und zwar mit einer Briefmarkenserie, auf der unterschiedliche Hautfarben abgebildet sind. Damit verband die Post die Botschaft: Wir sind alle gleich. Das gilt aber nicht für den Preis. Denn die hellste Marke ist 1,60 Euro und die dunkelste 70 Cent wert.

„Wir sind gleich, die Hautfarbe spielt keine Rolle. Wir sind alle Menschen und sind alle in diesem Land, um Erfolg zu haben", sagt eine Frau.

Ein Mann meint: „Ich finde das sehr rassistisch, denn wenn schon, dann müssen sie gleich sein, nicht die eine billiger und die andere teurer. Ich finde das nicht gerecht."

„Wenn man versucht, Gleichberechtigung zu erreichen, warum ist die dunkle Briefmarke dann weniger wert? Ich finde, das ist das Gegenteil von der Botschaft, die sie vermitteln wollten. So ergibt das keinen Sinn“, sagt eine Frau.

Moha Gerehou: „Unüberwindbarer Widerspruch"

Dass die dunkleren Briefmarken weniger wert sind, ist für den Journalisten Moha Gerehou ein „unüberwindbarer Widerspruch".

„Ich finde, dass wir uns in Spanien in Bezug auf antirassistisches Wissen verbessert haben, dass sich immer mehr Menschen bewusst sind, dass es hier Rassismus gibt und nicht nur in den Vereinigten Staaten. Wir beginnen, das zu verstehen. Der nächste Schritt ist, antirassistisch zu sein, und das muss in die Tat umgesetzt werden. Ich finde, unser Leben muss sich verbessern und diese Verbesserung muss wahrnehmbar sein“, so der Journalist.

Gerehou spricht von einem strukturellen Rassismus, der in Spanien im öffentlichen Leben unter anderem in der Werbung, in der Sprache und auf dem Wohnungsmarkt zum Ausdruck komme.