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Supermarkt-Schweinefleisch ist mit antibiotikaresistenten Keimen verseucht

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Von Euronews
Schweine-Transport kommt an der Tönnies-Fleischerei, dem größten Schlachthof Europas, in Rheda-Wiedenbrück an, 16.07.2020
Schweine-Transport kommt an der Tönnies-Fleischerei, dem größten Schlachthof Europas, in Rheda-Wiedenbrück an, 16.07.2020   -   Copyright  Martin Meissner/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Schweinefleisch aus deutschen Supermärkten ist zum Teil mit antibiotikaresistenten Bakterien verseucht. Das hat eine Stichprobe von Greenpeace ergeben. Insgesamt wurden 50 Fleischproben unter die Lupe genommen, davon 44 aus Schweinefleisch, sechs aus Geflügelfleisch. Bei letzteren wurden keine resistenten Keime gefunden. Anders sieht es hingegen bei den 44 Schweinefleischprodukten aus Kühltheke aus.

23% des Schweinefleischs mit antibiotikaresistenten Bakterien besiedelt

In zehn der 44 Produkte konnten im Labor Bakterien nachgewiesen werden, die resistent gegen häufig eingesetzte Antibiotika waren. Bei vier Fleischprodukten wurden zudem Bakterien gefunden, die gegen das Reserveantibiotikum Colistin, was beim Menschen nur dann eingesetzt wird, wenn andere Antibiotika nicht mehr wirken.

Die Fleischproben stammen aus Discountern und Supermärkten in Niedersachsen, sowie aus den Werksverkäufen von Tönnies, Goldschmaus und Heidemark. Letztere waren ausgewählt worden, weil Greenpeace erst kürzlich in den Abwässern dieser Schlachtbetriebe resistente Bakterien nachgewiesen hatte. Im Gegensatz zu dem Geflügelfleisch von Heidemark war das Fleisch von Goldschmaus und Tönnies belastet. Zudem stammte das ausgewählte Fleisch aus den untersten beiden Tierhaltungsstufen.

Schlechte Haltungsbedingungen schuld an großflächigem Antibiotika-Einsatz

An sich besteht für Verbraucher:innen keine direkte Gefahr beim Verzehr des auf diese Weise belasteten Fleisches. Allerdings sind Antibiotikaresistenzen ein zunehmendes Problem, auch beim Menschen. Langfristig führt es dazu, dass selbst einfache Infektionskrankheiten immer schwieriger zu behandeln sind.

Greenpeace untersucht seit langem die gesamte Wertschöpfungskette in der Fleischindustrie und den daraus entstehenden Umweltproblemen. So hatte die Organisation in den vergangenen Jahren mehrfach antibiotikaresistente Bakterien und Rückstände von Antibiotika in Oberflächengewässern in ganz Deutschland nachgewiesen. Auch in Gülle wurde die Organisation fündig. Mit anderen Worten: auch wer kein Billigfleisch kauft, kann Antibiotika-Resistenzen nicht unbedingt aus dem Weg gehen.

Der Greenpeace-Bericht befindet sich hier.

Weitere Quellen • Greenpeace-Bericht