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Frankreich verschärft Corona-Regeln: Ab 1.8. Café nur mit Nachweis

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Von euronews
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Vorzeigen des Impf- und Testnachweises beim Betreten einer Gaststätte
Vorzeigen des Impf- und Testnachweises beim Betreten einer Gaststätte   -   Copyright  PASCAL POCHARD-CASABIANCA/AFP or licensors
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Die Abgeordneten der französischen Nationalversammlung haben sich mehrheitlich für den Gesetzentwurf ausgesprochen, der unter anderem eine ausgeweitete Nutzung eines Impf- und Testnachweises im Alltag vorsieht. Es gab 156 Ja-Stimmen, 60 Abgeordnete stimmten gegen den Entwurf, 14 enthielten sich.

Ab dem 1. August müssen in Cafés, Restaurants etc auch für Terrassen ein Nachweis von Impfung, negativem Test oder nachgewiesener Genesung in Form des sogenannten "PASS SANITAIRE" vorgezeigt werden. Diese Nachweis-Pflicht durch das Vorzeigen eines QR-Codes gilt auch für längere Zug- und Bus-Reisen sowie für Flüge.

Am 5. August entscheidet der Oberste Gerichtshof über das Gesetz.

In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus wegen der Delta-Variante dramatisch angestiegen - auf teilweise mehr als 20.000 Fälle innerhalb von 24 Stunden. In besonders betroffenen Regionen wurde die Maskenpflicht im Freien wieder eingeführt.

Zuvor hatte Präsident Emmanuel Macron - derzeit im Überseegebiet Französisch-Polynesien - erneut dazu aufgerufen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen.

Auf Twitter schrieb der Staatschef, dass jetzt 40 Millionen Menschen in Frankreich mindestens eine Dosis bekommen haben - allein in den vergangenen zwei Wochen wurden vier Millionen geimpft.

Der Präsident antwortete auch auf das Argument der Impf-Skeptiker, die auf ihre individuelle Freiheit verweisen. „Was ist Ihre Freiheit wert, wenn Sie mir sagen, sich nicht impfen lassen zu wollen? Sollten Sie morgen Ihren Vater, Ihre Mutter oder mich anstecken, bin ich Opfer Ihrer Freiheit, dabei gibt es etwas, um sich und mich zu schützen. (...) Das ist nicht Freiheit, das heißt Unverantwortlichkeit, das heißt Egoismus“, so Macron.

In mehreren französischen Städten war es am Wochenende zu Protesten gegen das Gesetz gekommen. In letzter Minute war dieses verändert worden: So werden Bedienstete des Gesundheitswesens, die bis Mitte September keine Covid-19-Impfung nachweisen können, nicht entlassen, sondern ihre Gehaltszahlungen ausgesetzt. Außerdem können Einkaufszentren anders als zuvor angedacht auch ohne Impf- und Testnachweise betreten werden.

Bereits seit dem 21. Juli muss der „pass sanitaire" in elektronischer Form oder per Ausdruck vorgezeigt werden, um an Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen teilzunehmen. So gilt die Nachweispflicht für die meisten Kinos. Im „pass sanitaire" wird unter anderem festgehalten, ob die betreffende Person gegen Covid-19 geimpft ist oder ein Testergebnis vorliegt.