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Migrationsproblem in Litauen spitzt sich zu: "Sie machen uns Angst"

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Von Euronews mit AFP
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Ein litauischer Grenzschützer bei der Arbeit in der Nähe des Dorfes Purvenai
Ein litauischer Grenzschützer bei der Arbeit in der Nähe des Dorfes Purvenai   -   Copyright  Mindaugas Kulbis/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
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Zur besseren Bewältigung der Migrantenkrise in Litauen hat die EU-Grenzschutzbehörde Frontex Personal und Fahrzeuge in das Grenzgebiet zu Belarus entsandt.

Bereits am Montag wurden der Regierung in Vilnius seitens der EU mehrere Millionen Euro zugesagt, um die Probleme besser zu bewältigen. Vorangegangen war ein Besuch von EU-Innenkommissarin Ylva Johansson im Grenzgebiet zu Belarus.

Warum erhöhter Bedarf an Personal besteht, wird anhand mehrerer vom litauischen Innenministerium veröffentlichten Überwachungsvideos deutlich.

Sie sollen Menschengruppen zeigen, die zu Fuß und teilweise eskortiert von einem Fahrzeug unbekannter Herkunft, die Grüne Grenze im Distrikt Salcininkai überquert haben. Nach litauischen Angaben handelt es sich bei dem Jeep um ein Fahrzeug des belarussischen Grenzschutzes.

Widerstand gegen Camps: "Stoppt Migranten"

Wenige Kilometer entfernt im Landesinneren ist in Rudninkai gegen den breiten Widerstand in der Bevölkerung eine neue Erstaufnahmeeinrichtung aus dem Boden gestampft worden.

Auf Bannern in der Nähe heißt es: "Stoppt Migranten in Rudninkai" und "Keine Flüchtlingscamps in Rudninkai."

Danute ist eine Einwohnerin von Rudninkai, die ihren Nachnamen nicht preisgeben wollte. Sie sagte über die Gründe für die ablehnende Haltung: "Wir fühlen uns unsicher. Es gib keinen vernünftigen Zaun um das Camp. Sie können jederzeit raus. Sie machen uns Angst."

Nach litauischen Angaben ist im laufenden Jahr bereits eine Rekordzahl von 4.000 Geflüchteten illegal eingereist.

Die meisten stammten aus dem Irak. Laut Medienberichten sind Linienflüge aus irakischen Großstädten nach Minsk bis zum November ausgebucht.