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Euronews exklusiv: Afghanischer Widerstandsanführer berichtet aus Panjshir-Tal

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Von euronews
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Euronews exklusiv: Afghanischer Widerstandsanführer berichtet aus Panjshir-Tal
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Laut euronews-Reporterin Anelise Borges in Kabul waren in der afghanischen Hauptstadt an diesem Freitagabend zahlreiche Schüsse zu hören: Einige bringen diese mit der bevorstehenden Bekanntgabe einer Taliban-Regierung, andere mit Berichten der Eroberung der Widerstandsgebiete im Panjshir-Tal.

Regierung soll 13 Personen umfassen

euronews erhielt eine Liste der künftigen Mitglieder der Taliban-Regierung, die demzufolge aus 13 Personen besteht. Der afghanische Fernsehsender Tolo berichtet, der Taliban-Anführer Mullah Hibatullah Akhundzada werde nicht der Regierung angehören, sondern als religiöses Oberhaupt die Stellung eines obersten Führers einnehmen.

„Die Taliban wissen, dass sie unter großem Druck stehen, dass die internationale Gemeinschaft ihre Schritte und die Entwicklungen in Afghanistan sehr genau beobachtet, dass die Welt eine Art Plan für das Land erwartet, dass sie wissen will, welche Art von Fahrplan die Taliban aufstellen werden. Und natürlich wird jede Art von Bewegung darüber entscheiden, ob bestimmte Länder die Taliban anerkennen und Unterstützung gewähren, die für das Land, für das afghanische Volk in Zukunft von entscheidender Bedeutung sein wird“, berichtet Borges.

Amrullah Saleh: „Angriffe der Taliban und von Al-Kaida mit Hilfe Pakistans"

Die Taliban haben noch keine Verlautbarung gemacht, dass sie den Widerstand im Panjshir-Tal gebrochen haben. euronews sprach mit dem ehemaligen afghanischen Vizepräsidenten Amrullah Saleh, einem der führenden Köpfe des örtlichen Widerstands. Saleh bestritt eine Eroberung des Gebietes durch die Taliban. Meldungen, in denen es hieß, er habe das Panjshir-Tal und Afghanistan verlassen, bezeichnete er als „Feindespropaganda“. Es habe mehrere Besprechungen mit Befehlshabern gegeben, sagte Saleh, der einräumte, dass die Lage schwierig sei. Er berichtete von Angriffen der Taliban und von Al-Kaida mit Hilfe Pakistans. Man sei von mehreren Seiten angegriffen worden, habe die Lage jedoch im Griff. Auf beiden Seiten habe es Opfer gegeben, sagte Saleh gegenüber euronews.

Die Nachrichtenagentur AFP meldet, die Taliban hätten den Widerstandskämpfern zwei Regierungsposten in Aussicht gestellt. Das habe man abgelehnt, zitiert AFP einen Befehlshaber der Widerstandsgruppierung.