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Euronews-Reporterin in Kabul: "Mein Produzent wurde von Taliban zusammengeschlagen"

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Von Anelise Borges  & Euronews, dpa
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Euronews-Reporterin in Kabul: "Mein Produzent wurde von Taliban zusammengeschlagen"
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Nach mindestens zwei Demonstrationen von Frauen in Kabul ist das Schicksal einiger Teilnehmerinnen offen. Die Frauen wurden von den Taliban in Gewahrsam genommen.

Auch das Team von Euronews-Reporterin Anelise Borges geriet in eine kritische Lage. Ihren Produzenten vor Ort ereilte das gleiche Schicksal wie die Demonstrantinnen. Er wurde allerdings wieder freigelassen. Er gab an, im Gewahrsam misshandelt worden zu sein. Das behaupteten auch zwei Journalisten der Tageszeitung "Etilatrus" (auch: "Etilaatroz"). Auf Twitter veröffentliche Fotos sollen die Verletzungen der Männer belegen. Sie wurden im Namen der Zeitung veröffentlicht.

Ihr geistiger Zustand nach der Freilassung und der Rückkehr ins Büro wurde als "lethargisch" beschrieben. Näheres ist nicht bekannt. Die Taliban berufen sich bei ihrem Vorgehen darauf, dass Demonstrationen wie jene der Frauen angemeldet werden müssen.

Anelise Borges beschrieb in einer Tageszusammenfassung ihre Sicht der Geschehnisse in Kabul: "Eine Gruppe von Journalisten wurde bei einer Demonstration in der afghanischen Hauptstadt Kabul festgenommen und ihre Ausrüstung beschlagnahmt. Taliban-Kämpfer, die den Demonstrierenden und den Journalisten zahlenmäßig weit überlegen waren, sagten, sie hätten den Befehl, alle vom Ort des Geschehens zu entfernen, da die Berichterstattung über solche Proteste in Afghanistan jetzt illegal sei.

Mein Produzent wurde von drei Taliban-Kämpfern mitgenommen, die ihn verprügelt haben und sein Telefon und seine Brieftasche beschlagnahmten. Er ist inzwischen wieder frei. Er ist erschüttert über den Vorfall, will aber seine Arbeit hier fortsetzen.

Und wie er haben viele Männer und Frauen gesagt, dass sie trotz der Gewalt, der sie ausgesetzt sind, weiterhin dokumentieren wollen, was in ihrem Land geschieht.

Wir wissen auch, dass eine Gruppe von Frauen, die an diesem Ort protestiert haben, ebenfalls festgenommen wurde, aber wir wissen nicht, ob sie unverletzt sind und ob sie wieder freigelassen wurden.

Dies sind natürlich sehr beunruhigendes Zeichen für das, was uns hier in Afghanistan noch bevorstehen könnte. All das geschieht einen Tag, nachdem die Taliban ihre Regierung bekannt gegeben haben, ein ziemliches Hardliner-Kabinett aus 33 Mullahs, von denen vier mit US-Sanktionen belegt sind."