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Rapsöl-Skandal und die Spätfolgen: Selbstmorddrohung im Prado-Museum

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Von Euronews
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Die Polizei verhandelte von außen mit den Eingeschlossenen im Prado-Museum
Die Polizei verhandelte von außen mit den Eingeschlossenen im Prado-Museum   -   Copyright  Paul White/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved

Die Aufregung am weltberühmten El Prado Nationalmuseum in Madrid war größer, als es die Versammlung einiger Dutzend Menschen vor dem Gebäude vermuten ließ.

Denn im Inneren des Museums spielten sich dramatische Szenen ab. Mehrere Opfer des größten spanischen Lebensmittelskandals drohten offen mit Selbstmord. Hintergrund sind Vergiftungen mit gepanschtem Rapsöl im Jahr 1981.

Maria Luisa Alfonso Fuentes ist die Sprecherin der Opfervereinigung "Wir sind noch am Leben". Sie sagte vor dem Prado-Museum: "Wir sind es leid, nicht beachtet zu werden. Wir Vergessene sind immer noch krank und Opfer der Tragödie."

Mit Tabletten zur "ewigen Ruhe"

Die sechs Mitglieder der Opfervereinigung im Museum kündigten über Soziale Medien an, mit der Einnahme von Tabletten zu beginnnen, sollte Ministerpräsident Pedro Sánchez nicht einem persönlichen Treffen bis Monatsende zustimmen. Außerdem forderten sie die Anerkennung ihrer Krankheiten durch den Staat und adäquate medizinische Versorgung. Anderenfalls würden sie so viele Tabletten zu sich nehmen, bis sie "ewige Ruhe" hätten.

Zur Unterstreichung ihrer Forderungen veröffentlichten die Teilnehmenden ein Foto von sich und einem Plakat aus einem der Ausstellungsräume. Die Aktivistinnen und Aktivisten konnten nach Verhandlungen mit der Polizei zur Aufgabe ihres Vorhabens überredet werden.

Etwa 4.000 Menschen starben damals durch das gepanschte Rapsöl, weitere 60.000 erkrankten. Rund ein Drittel von ihnen leidet bis heute unter Langzeitfolgen.