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7-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt deutlich - auf jetzt 130

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Von Euronews  mit dpa
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Coronavirus-Test-Angebot in Dortmund
Coronavirus-Test-Angebot in Dortmund   -   Copyright  INA FASSBENDER/AFP

An diesem Donnerstag meldet das Robert Koch-Institut 28 037 Neuinfektionen mit dem Coronavirus sowie 126 Todesfälle durch Covid-19 in den vergangenen 24 Stunden. Die 7-Tage-Inzidenz steigt deutschlandweit deutlich - auf 130. Am Vortag hatte die Inzidenz bei 118 gelesen.

Das geht auch dem täglichen Dashboard des RKI hervor, das jeden Morgen neu veröffentlicht wird.

Weiterhin verzeichnet der Landkreis Mühldorf am Inn mit einer Inzidenz von jetzt 621,5 den bundesweit höchsten Wert.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert auf Twitter: "Es braucht einen Impfruck". Und er schreibt: "Leider entwickelt sich die Cornalage so schlecht, wie es zu befürchten war. In Hotspots laufen Krankenhäuser voll, immer mehr junge Menschen sind betroffen."

Am Mittwoch hatten SDP, Grüne und FDP angekündigt, dass die sogenannte "epidemische Lage von nationaler Tragweite" Ende November beendet werden soll. Das gaben die Fraktionschefin der Grünen Katrin Göring-Eckardt, SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese und FDP-Fraktionsgeschäftsführer Marco Buschmann auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin bekannt.

Katrin Göring-Eckardt erklärte, den Verantwortlichen in den Bundesländern werde ein Instrumentenkasten in die Hand gegeben, mit dem sie je nach Infektionsgeschehen die nötigen Maßnahmen ergreifen könnten.

"Besonderer Schutzkokon um die Kinder"

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen Katrin Göring-Eckardt erklärte: "Es geht natürlich darum, dass wir weiterhin Schutz benötigen - insbesondere für die, die sich nicht impfen lassen können, insebsondere die Kinder. Alle Möglichkeiten sollten ausgeschöpft werden, um einen besonderen Schutzkokon um die Kinder zu ziehen - die besonders an den Grundschulen sich noch nicht impfen lassen können. Wir haben eine sehr hohe Infektionsrate gerade bei kleineren Kindern."

Diskutiert wird inzwischen über Impfungen für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will dazu bis Weihnachten eine Entscheidung bekannt geben. Auch in den USA hat BioNTech/Pfizer eine Zulassung seines Impfstoffs für Kinder dieser Altersgruppe beantragt - und ein Expertengruppe der US-Behörde FDA hatte eine Zulassung befürwortet.

Kritische Situation in den Krankenhäusern

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: «Wir befinden uns in einer kritischen Situation der Pandemie.» Die Zahl der mit einer Covid-Infektion im Krankenhaus versorgten Patienten sei binnen einer Woche deutlich gestiegen. "Wenn diese Entwicklung anhält, haben wir schon in zwei Wochen wieder 3000 Patienten auf Intensivstation", warnte Gaß. "Auch wenn die Krankenhäuser dies leisten können, wird es dann nicht ohne Einschränkung des Regelbetriebs ablaufen können", sagte der Verbandschef. Dann müssten die Mediziner in den Kliniken wieder planbare, weniger dringliche Behandlungen verschieben.

Zum Höhepunkt der Pandemie im Januar 2021 wurden mehr als 5700 Covid-19-Patientinnen und -Patienten intensivmedizinisch behandelt. Derzeit liegen nach Zahlen aus dem Intensivregister fast 1800 Menschen mit Covid-19 auf Intensivstationen und knapp 4300 auf der Normalstationen in deutschen Krankenhäusern.