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Russland und der Gaspreis: Lieferzusagen nicht eingehalten

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Von euronews
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Russland und der Gaspreis: Lieferzusagen nicht eingehalten
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Vor zehn Jahren wurde der Projektstart der Nordstream-Pipeline in Deutschland gefeiert, aber die gute Laune ist dahin. Der Pipelinebau ist abgeschlossen, aber noch immer strömt kein Gas Richtung Deutschland. Russland macht Druck, um die endgültige Betriebsgenehmigung zu bekommen, um den durch die Ukraine laufenden Transport zu umgehen. Angesichts der sich abzeichnenden Energiepreiskrise hatte der russische Präsident Wladimir Putin zugesagt, mehr Gas auf den Markt zu werfen – bisher ist nichts passiert.

Gazprom hat seine Förderung in Russland auf Rekordniveau gesteigert, um die russischen Speicher zu füllen. Erst hieß es, der erste November sei der richtige Zeitpunkt, jetzt heißt es, am 7. November sollten die Lager voll sein. Sie müssen exportieren, sonst ersticken sie, verschwenden Investitionen und Arbeitszeit, die sie in die Steigerung ihrer Förderung gesteckt haben, und damit vergeuden sie das Geld der russischen Bevölkerung.
Thomas O'Donnell
Energie- und Geopolitikanalyst

Nach Angaben von Gascade, einem deutschen Gasversorger, ist der tägliche Gasfluss, der an seiner Station aus Russland ankommt, fünfmal niedriger als im Juni. Jetzt steht die nächste Heizperiode vor der Tür, der Gasverbrauch ist saisonbedingt dabei, in die Höhe zu schnellen.

Bei den Produktionskapazitäten, dem hohen Produktionsniveau und fehlenden Lagerkapazitäten ist die einzige andere Möglichkeit, das Gas über die Ukraine zu transportieren.
Thomas O'Donnell
Energie- und Geopolitikanalyst

In der Politik wird vermutet, Russland wollte mit den gedrosselten Liefermengen die Zustimmung Europas zur Inbetriebnahme der Pipeline erzwingen. Russland dementiert, aber ausgerechnet Gazprom scheint sich den Zusagen Putins zu widersetzen. Das lässt viele mehr oder weniger verwundert zurück – und gebannt auf die Entwicklung der Gaspreise starren.