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Hongkongs Kunstszene boomt

Von Chris Burns  & Sabine Sans
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Hongkongs Kunstszene boomt
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Hongkongs Kunstszene boomt. Der neue Kulturbezirk West Kowloon ist so groß wie 16 Fußballfelder, sein Herzstück ist das Museum für moderne Kunst M+. Im neuen Hong Kong Palace Museum werden traditionelle chinesische Werke ausgestellt, die die Kultur der Stadt bereichern. In dieser Folge von Spotlight Hongkong stellen wir Ihnen einige Akteure vor.

Zentrum der globalen Kunstszene

Das Viertel erstreckt sich über 40 Hektar - das sind mehr als 16 Fußballfelder - am Ufer des Victoria Harbour und soll einmal mehr als ein Dutzend Veranstaltungsorte umfassen. Es gibt bereits das Xiqu Center für die chinesische Oper und das Freespace Center für zeitgenössische Performances. Das Herzstück, das M+ Museum, wird im November eröffnet. Seine Direktorin Suhanya Raffel kommt aus Australien.

"Die digitale, technologische Arbeit zusammen mit echten Objekten und Kunstwerken bilden etwas ganz Neues. Daher der Name M+, ein Museum, das mehr bietet", erklärt die Direktorin. "Die disziplinübergreifende Natur der Sammlungen lässt das Betrachten zu einer Offenbarung werden. Man kann Filme direkt neben den Videospielen sehen, neben der Architektur mit Tuschemalerei. Das ist eine wirklich wunderbare Art, das Betrachten neu zu erleben. Der außergewöhnliche Museumsentwurf stammt vom Schweizer Architekturbüro Herzog und de Meuron, ein sehr wichtiges Museumsdesign. Das Gebäude ist ein weiteres Wahrzeichen Hongkongs. In einer vertikalen Stadt, ist es ein betont horizontales Gebäude mit einer dünnen Platte, die unseren M+ LED-Bildschirm beherbergt, der am Abend in die Öffentlichkeit hinausleuchtet. Das Museumsgebäude selbst verkörpert unser Interesse an bewegten Bildern in der Haut seines Designs."

Kulturelle Wahrzeichen

Ein weiteres neues kulturelles Wahrzeichen ist das Hong Kong Palace Museum, das ebenfalls am Ufer des Victoria Harbour gebaut wurde. Es wird Artefakte aus dem Pekinger Palastmuseum zeigen.

"Das Hongkong-Palastmuseum bildet einen Meilenstein der kulturellen Entwicklung in Hongkong. Denn wir spielen eine neue Rolle bei der Interpretation chinesischer Kunst und Kultur im Museum", so der Direktor Louis NG. "Wir werden Gemälde, Kalligrafien, dekorative Kunst, Textilien, Bronze- und Keramikgegenstände zeigen, die wir als Leihgaben vom Palastmuseum ausgewählt haben. Neben der Ausstellung dieser Kunstschätze wird es auch Multimedia-Präsentationen geben. In Anlehnung an die traditionelle chinesische Kunst und Architektur ist das Design des Museumsgebäudes eine Neuinterpretation der chinesischen Ästhetik."

In Hongkong wird Kunst gelebt

All diese Neuzugänge in der Hongkonger Kunstszene kommen der Kultur der Stadt zugute, darunter Galerien wie Villepinart, die asiatische und europäische Kulturen miteinander verbinden.

Arthur de Villepin ist gemeinsam mit seinem Vater, einem ehemaligen französischen Regierungschef, Eigentümer von Villepinart. Auf die Frage, welche Auswirkungen diese neuen kulturellen Einrichtungen haben, antwortet er:

"Sie haben natürlich eine enorme Auswirkung. Aber ich sehe das in einem größeren Zusammenhang, auch im Laufe der Geschichte. Als ich nach Hongkong kam, war die Stadt ein Finanzzentrum. Und jetzt, dank dieser Institutionen, ist Hongkong zu einer Kulturszene geworden, zu einem Zentrum, in dem Kunst gelebt wird, in dem sich Gemeinschaften im Dialog entwickeln können. Es ist ein Netzwerk, es sind Menschen. Es sind Spezialisten. Und dieses Publikum wird Hongkong befruchten, nicht nur durch Ausstellungen, sondern durch die Art, wie wir leben und wie wir die Kunstszene betrachten. Das ist ein echter Wandel in unserem Lebensstil."

Und was machen Menschen aus dem Kulturbereich in ihrer Freizeit?

Suhanya Raffel geht gern Schwimmen: "Bei Shek O gibt es einen herrlichen Strand", erzählt sie. "Eines der großartigen Dinge an Shek O ist die Küche. Es gibt dort fabelhafte thailändische Restaurants, dort bekommt man ein ausgezeichnetes Tom Yum."